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Kurzantwort: „Etwas aus dem Effeff können“ bedeutet, etwas hervorragend zu beherrschen, wie im Schlaf. Man schreibt „aus dem Effeff“ oder „aus dem ff“. Die Herkunft ist laut Duden ungeklärt. Am wahrscheinlichsten ist die kaufmännische Abkürzung „ff“ für „sehr fein“. Weitere Deutungen beziehen sich auf die Musik (ff = fortissimo) und auf das Zeichen „ff“ für die römischen Rechtssammlungen. Der erste Beleg stammt aus dem Jahr 1781.
Eine Pianistin spielt das Stück ohne Noten. Ein Mechaniker findet den Fehler mit geschlossenen Augen. Eine Übersetzerin beherrscht ihre Sprache aus dem Effeff. Die Wendung beschreibt Können, das in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Zwei Buchstaben, und niemand weiß genau, wofür sie stehen. Das macht „aus dem Effeff“ zu einer der rätselhaftesten Redewendungen des Deutschen. Duden, DWDS und Wikipedia sind sich nur in einem Punkt einig: Die Herkunft ist nicht gesichert.
Trotzdem gibt es eine Rangfolge der Erklärungen. Eine gilt als wahrscheinlich, die anderen als möglich oder als Volksetymologie.
Was „aus dem Effeff“ bedeutet
Der Duden erklärt: „etwas aus dem Effeff beherrschen, können, verstehen“ heißt umgangssprachlich, etwas hervorragend zu beherrschen. Das DWDS nennt die Wendung salopp und übersetzt sie mit „vorzüglich, ausgezeichnet“. Wikipedia ergänzt den Aspekt der Geschwindigkeit: Wissen sehr schnell abrufen können, wie im Schlaf.
Typische Verbindungen laut DWDS: etwas aus dem Effeff beherrschen, kennen, aufsagen, herunterbeten, beantworten. Das Objekt ist meist ein Handwerk, ein Fachgebiet, ein Text oder ein Instrument.
Schreibweise: „Effeff“ oder „ff“?
Beide Schreibweisen sind korrekt. „Effeff“ ist die ausgeschriebene Form der beiden Buchstaben und steht so im Duden. „ff“ ist die Kurzform. Der Duden gibt die Aussprache mit Betonung auf dem zweiten „eff“ an. Im Text sieht „aus dem Effeff“ meist besser aus, weil „aus dem ff“ wie ein Tippfehler wirken kann.
Die Herkunft: fünf Erklärungen im Vergleich
Der Duden schreibt: „Herkunft ungeklärt, vielleicht zu der kaufmannssprachlichen Abkürzung ff = sehr fein.“ Das Etymologische Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer im DWDS urteilt ähnlich: „Wohl am ehesten aus der kaufmannssprachlichen Abkürzung ff für fein-fein.“ Damit ist die Rangfolge klar. Hier alle Deutungen, die Wikipedia und der Redensarten-Index nennen.
1. Kaufmannssprache: ff = sehr fein
Seit dem 17. Jahrhundert bezeichnen Kaufleute feine Waren mit „f“ für „fino“ und sehr feine mit „ff“ für „finissimo“. Wer etwas aus dem Effeff kann, kann es in der besten Qualität. Diese Erklärung bevorzugen Duden und Pfeifer.
2. Musik: ff = fortissimo
In der Notenschrift steht „f“ für „forte“, laut, und „ff“ für „fortissimo“, sehr laut. Etwas aus dem Effeff zu können, hieße dann: nachdrücklich, unüberhörbar gut. Für diese Deutung spricht die ältere Redensart „man wird’s dir aus dem Effeff geigen“.
3. Rechtsgeschichte: ff für die Pandekten
Mittelalterliche Juristen kürzten die Digesten oder Pandekten, die große Sammlung römischer Rechtstexte, mit dem Zeichen „ff“ ab. Wikipedia zufolge könnte es sich um ein verballhorntes griechisches „Pi“ handeln oder um ein durchgestrichenes „D“ für „Digesta“. Wer aus dem „ff“ zitieren konnte, kannte die schwierige Hauptsammlung und nicht nur das Anfängerlehrbuch. Er war Profi.
4. „Folgende Seiten“
„ff.“ heißt in Literaturangaben „und die folgenden Seiten“. Wer etwas aus dem Effeff kann, beherrscht nach dieser Lesart auch alles, was danach kommt. Wikipedia führt die Deutung auf, ohne ihr Gewicht zu geben.
5. Weitere Deutungen
Wikipedia nennt noch die lateinische Formel „ex forma, ex functione“ (der Form und der Funktion nach) und ein Verwaltungskürzel „fiat, fiat“ aus italienischen Stadtverwaltungen. Beide gelten als Volksetymologien, für die Belege fehlen.
Seit wann ist „aus dem Effeff“ belegt?
Der Redensarten-Index nennt als ersten Beleg das „Studenten-Lexicon“ von Christian Wilhelm Kindleben aus dem Jahr 1781. Geläufig wurde die Wendung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Anfangs bedeutete sie eher „gehörig, auf derbe Weise“. Der Schweizer Schriftsteller Jeremias Gotthelf schrieb 1854 von armen Leuten, die „ausgebeutet würden aus dem ff“. Erst später verschob sich die Bedeutung zu „hervorragend“.
So benutzt du die Redewendung heute
Die Wendung ist Umgangssprache, aber auch in der Presse üblich. Beispiele aus dem Redensarten-Index: Ein Skirennläufer „kennt den Kurs aus dem Effeff“. Musiker „beherrschen ihr Instrument aus dem Effeff“. In Norwegen „beherrscht fast jeder Einheimische die Abfahrtstechnik aus dem Effeff“.
- „Sie kennt die Steuergesetze aus dem Effeff.“
- „Nach zehn Jahren im Job kann er das aus dem Effeff.“
- „Das Gedicht konnte ich mit acht Jahren aus dem ff.“
Ähnliche Wendungen: „etwas im Schlaf können“, „etwas aus dem Handgelenk schütteln“, „etwas in- und auswendig kennen“. Das Effeff betont die Perfektion, das Handgelenk die Leichtigkeit.
Grammatik und typische Fehler
Die Wendung steht immer mit „aus dem“. Formen wie „vom Effeff“ oder „im Effeff“ sind nicht üblich. „Effeff“ ist ein Substantiv und wird großgeschrieben, wie der Duden zeigt. Es kommt nur im Singular vor. Als Verb passen „können“, „beherrschen“, „kennen“ und „verstehen“. „Etwas aus dem Effeff wissen“ liest man selten, weil die Wendung Fähigkeit meint, weniger reines Wissen.
Ein Fehler, der oft vorkommt: die Schreibung „aus dem F F“ mit Leerzeichen oder „aus dem effeff“ in Kleinbuchstaben. Beides gilt als falsch. Richtig sind „aus dem Effeff“ und „aus dem ff“.
Häufige Fragen
Was bedeutet „aus dem Effeff“?
Etwas hervorragend beherrschen, ohne nachdenken zu müssen.
Wofür steht „ff“?
Das ist nicht geklärt. Duden und DWDS halten die Kaufmannsabkürzung „ff“ für „sehr fein“ für am wahrscheinlichsten.
Schreibt man „Effeff“ oder „ff“?
Beides. „Effeff“ ist die Duden-Schreibung, „ff“ die Kurzform.
Seit wann gibt es die Wendung?
Der erste Beleg stammt aus Kindlebens „Studenten-Lexicon“ von 1781.
Hat „aus dem Effeff“ mit Musik zu tun?
Vielleicht. „ff“ steht in der Musik für „fortissimo“. Diese Deutung ist eine von mehreren und nicht bewiesen.
Was bedeutet „aus dem Effeff“ auf Englisch?
Sinngemäß „to know something inside out“ oder „to have something down pat“.
Quellen
- Duden — Effeff
- DWDS — Effeff, mit Etymologie nach Pfeifer
- Wikipedia — Effeff (Redewendung)
- Redensarten-Index — etwas aus dem Effeff können
Geschrieben von Mira, Redaktion sprichwortatlas.de — sie erklärt hier Redewendungen, ihre Herkunft und ihren Gebrauch.






