Hals- und Beinbruch: Warum der Glückwunsch so brutal klingt

Kurz gesagt: „Hals- und Beinbruch“ ist ein Glückwunsch. Die Wendung geht auf das jiddische hatslokhe un brokhe zurück, was Erfolg und Segen bedeutet. Deutsche Ohren machten daraus zwei Knochenbrüche.

Es ist eine der wenigen deutschen Wendungen, deren Ursprung ein Hörfehler ist.

Was sie bedeutet

Gewünscht wird Glück vor einer Prüfung, einem Auftritt, einem Wettkampf. Der Wortlaut sagt das Gegenteil – und genau das gehört dazu.

„Morgen ist deine Prüfung? Hals- und Beinbruch!“

Woher sie kommt

Der jiddische Segenswunsch hatslokhe un brokhe bedeutet „Erfolg und Segen“. Beide Wörter stammen aus dem Hebräischen: hatslacha für Erfolg, bracha für Segen.

Im deutschsprachigen Handel und Handwerk, wo jiddische Ausdrücke verbreitet waren, hörten deutschsprachige Sprecher darin die lautlich ähnlichen Wörter Hals und Bruch. Aus dem Segen wurde ein Knochenbruch – und weil das Ergebnis so absurd klang, blieb es hängen.

Solche Umdeutungen heißen Volksetymologie: Ein unverständliches Wort wird durch ein ähnlich klingendes, bekanntes ersetzt.

Die zweite Erklärung

Manchmal wird die Wendung als bewusster Aberglaube gedeutet: Man wünsche Unglück, damit es nicht eintrete – neidische Geister sollten getäuscht werden.

Dieser Gedanke steckt tatsächlich in anderen Wendungen, etwa im Theaterspruch toi, toi, toi, der auf dreimaliges Ausspucken zur Abwehr zurückgeht. Bei „Hals- und Beinbruch“ gilt die jiddische Herleitung jedoch als besser belegt.

Verwandte Ausdrücke

  • Toi, toi, toi – aus dem Theater, Abwehrzauber
  • Die Daumen drücken – aus dem germanischen Aberglauben
  • Break a leg – englisches Gegenstück, ebenfalls Bühnenjargon
  • Merde – französischer Glückwunsch im Ballett, mit ähnlicher Logik

Wo sie gebraucht wird

Besonders im Sport, in der Fliegerei und bei Prüfungen. In der Luftfahrt ist der Gruß bis heute üblich, ebenso bei Fallschirmspringern.

Im Theater gilt sie dagegen als unpassend – dort sagt man toi, toi, toi.

Häufige Fragen

Schreibt man es mit Bindestrich?

Ja: Hals- und Beinbruch. Der Bindestrich zeigt an, dass Bruch für beide Wörter gilt.

Ist es eine Redewendung oder ein Sprichwort?

Eine Redewendung, genauer eine feste Grußformel.

Warum sagt man es nicht im Theater?

Dort gilt ein eigener Aberglaube mit eigener Formel. Wer die falsche benutzt, bringt nach der Bühnentradition Unglück.

Gibt es die Wendung auch im Jiddischen noch?

Ja, hatslokhe un brokhe wird dort weiterhin als Segenswunsch gebraucht – ohne jeden Knochenbruch.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion sprichwortatlas.de — sie schreibt hier über Redewendungen und ihre Herkunft.

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