Den Teufel an die Wand malen: Bedeutung und Herkunft

Kurz gesagt: „Den Teufel an die Wand malen“ heißt, Schlimmes auszumalen und damit zu befürchten, es herbeizureden. Die Wendung stammt aus dem mittelalterlichen Volksglauben: Wer den Teufel abbildete oder nannte, so die Vorstellung, zog ihn an.

Dahinter steckt eine sehr alte Idee – dass Namen und Bilder Macht über die Wirklichkeit haben.

Was sie bedeutet

Gemeint ist das Ausmalen schlimmer Möglichkeiten. Meist wird die Wendung als Einwand gebraucht: Hör auf damit, du machst es nur schlimmer.

„Mal nicht den Teufel an die Wand.“

Sie richtet sich gegen die Schwarzmalerei, nicht gegen berechtigte Sorge.

Woher sie kommt

Im mittelalterlichen Volksglauben galt: Wer den Teufel nennt oder abbildet, ruft ihn. Deshalb wurden Umschreibungen benutzt – der Gehörnte, der Leibhaftige, der Böse. Das Tabu ist bis heute in der Wendung „wenn man vom Teufel spricht“ erhalten.

Bilder galten dabei als besonders wirksam. Ein an die Wand gemalter Teufel war nicht bloß eine Darstellung, sondern eine Einladung.

Kirchenmalereien zeigten den Teufel trotzdem – dort allerdings in einem Zusammenhang, der ihn besiegt zeigte. Der Kontext machte den Unterschied.

Belegt ist die Wendung im Deutschen seit dem 16. Jahrhundert.

Der wahre Kern

Auch ohne Aberglauben steckt eine Beobachtung darin: Wer sich Katastrophen ausmalt, verhält sich anders – vorsichtiger, ängstlicher, manchmal so, dass die Befürchtung eintritt.

In der Psychologie heißt dieser Zusammenhang selbsterfüllende Prophezeiung. Die Redewendung beschreibt ihn seit Jahrhunderten.

Verwandte Ausdrücke

  • Schwarzmalen – dasselbe, ohne den Teufel
  • Wenn man vom Teufel spricht – wenn jemand auftaucht, über den gerade geredet wurde
  • Unkenrufe – Unheilsprophezeiungen, nach dem Ruf der Unke
  • Etwas heraufbeschwören – dieselbe Vorstellung, neutraler

Beispiele

„Mal nicht den Teufel an die Wand, so schlimm wird es nicht.“

„Er malte den Teufel an die Wand und behielt am Ende recht.“

„Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber wir sollten einen Plan B haben.“

Häufige Fragen

Ist es eine Redewendung oder ein Sprichwort?

Eine Redewendung. Sprichwörter sind vollständige Sätze mit einer Lebensweisheit.

Woher kommt „wenn man vom Teufel spricht“?

Aus demselben Tabu. Der vollständige Spruch lautete: „Wenn man vom Teufel spricht, kommt er gerannt.“

Gibt es die Wendung in anderen Sprachen?

Ähnliche Vorstellungen finden sich in vielen Sprachen. Im Englischen entspricht dem Tabu speak of the devil.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion sprichwortatlas.de — sie schreibt hier über Redewendungen und ihre Herkunft.

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