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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Konfession bedeutet die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Glaubensrichtung innerhalb einer Religion. Im deutschen Alltag ist damit meist die Kirche gemeint, der jemand angehört, etwa römisch-katholisch oder evangelisch. Auf Formularen und in der Statistik steht das Wort für die Religionszugehörigkeit.
Kurzantwort: Eine Konfession ist eine Untergruppe einer Religion mit eigenem Bekenntnis, eigener Lehre oder eigener Organisation. Im Amtsdeutsch fragt „Konfession“ schlicht nach der Religionsgemeinschaft.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Wort kommt vom lateinischen „confessio“ (Bekenntnis).
- Die drei christlichen Hauptkonfessionen: katholisch, orthodox, evangelisch.
- Rund 48 Prozent der Deutschen sind konfessionslos (Ende 2025).
- Konfession ist enger gefasst als Religion.
Konfession Bedeutung: Definition und Herkunft des Wortes
Das Wort geht auf das lateinische „confessio“ zurück. Es heißt Geständnis, Bekenntnis oder Beichte. Im Mittelalter meinte es vor allem die Beichte in der katholischen Kirche. Mit der Reformation änderte sich der Sinn. Nun stand „Konfession“ für das Glaubensbekenntnis einer protestantischen Partei. Bekannte Beispiele sind die Augsburger Konfession und der Heidelberger Katechismus.
Später verschob sich die Bedeutung weiter. Heute bezeichnet der Begriff die jeweilige Kirche selbst. Die katholische und die orthodoxe Kirche sehen sich zwar nicht als Konfession im ursprünglichen Sinn, weil sie kein gemeinsames Bekenntnis vereinbart haben. Sie werden aber seit dem Konzil von Trient gewöhnlich mitgezählt.
Konfession und Religion: Wo liegt der Unterschied?
Die Religion ist der größere Begriff. Das Christentum, der Islam und das Judentum sind Religionen. Innerhalb einer Religion gibt es Richtungen, die sich in Lehre, Organisation oder Praxis unterscheiden. Diese Richtungen heißen Konfessionen. Ursprünglich verwendete man das Wort nur für das Christentum. Heute nutzt man es im weiteren Sinn auch für andere Religionen, etwa für Sunniten und Schiiten im Islam.
| Ebene | Beispiel |
|---|---|
| Religion | Christentum |
| Konfession | Römisch-katholisch, evangelisch-lutherisch, orthodox |
| Untergliederung | Landeskirche oder Bistum |
Welche christlichen Konfessionen gibt es?
Die drei Hauptkonfessionen sind die römisch-katholische Kirche, die orthodoxen Kirchen und die evangelischen Kirchen. Hinzu kommen die orientalisch-orthodoxen Kirchen. Sie trennten sich nach den Konzilen von Ephesos (431) und Chalcedon (451) von der römischen Reichskirche. Ein Beispiel ist die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien.
Der Protestantismus teilte sich schon in der Reformationszeit in eine lutherische, eine reformierte und eine täuferische Richtung. Später kamen Baptisten, Methodisten und Anglikaner hinzu. Die Altkatholiken entstanden als Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche. Der Mormonismus beruft sich auf eine neue Offenbarung.
- Römisch-katholisch: Oberhaupt ist der Papst in Rom.
- Orthodox: Die Kirchen sind meist national organisiert, etwa griechisch, russisch oder serbisch.
- Evangelisch: In Deutschland gliedert sich die EKD in Landeskirchen mit lutherischem, reformiertem oder unierten Bekenntnis.
- Freikirchen: Kleinere Gemeinschaften wie Baptisten oder Methodisten.
Konfessionsbildung: Wie entstehen neue Konfessionen?
Konfessionen entstehen auf verschiedenen Wegen. Manche wachsen über Jahrhunderte, wie beim Schisma zwischen Ost- und Westkirche. Andere bilden sich rasch durch eine geistliche Erneuerung, wie die Lutheraner aus der katholischen Kirche. Manche entstehen durch Abspaltung, weil eine Minderheit Neuerungen nicht mitträgt. Wieder andere entstehen durch Vereinigung, wie die United Church of Canada.
Im 19. Jahrhundert kamen viele Gruppen aus dem englischen Sprachraum nach Deutschland. Sie unterschieden sich weniger durch ein Bekenntnis als durch ihren Namen. Im Englischen heißen sie „Denominations“. Im Deutschen setzte sich dafür ebenfalls „Konfession“ durch.
Konfession in Deutschland: Zahlen und Statistik
Die Religionslandschaft hat sich stark verändert. Vor fünfzig Jahren gehörten über 90 Prozent der Menschen in Deutschland einer der beiden großen Kirchen an. Laut Wikipedia sind es heute rund 46 Prozent. Der Anteil der Konfessionslosen stieg von unter 5 auf etwa 48 Prozent. Die folgende Übersicht zeigt den Stand von Ende 2025.
| Gruppe | Anteil an der Bevölkerung |
|---|---|
| Konfessionslos | ca. 48 % |
| Römisch-katholisch | 23,0 % |
| Evangelisch (EKD) | 20,8 % |
| Konfessionsgebundene Muslime | 4,0 % |
Kurzantwort: Etwa jede zweite Person in Deutschland gehört keiner Religionsgemeinschaft an. Die beiden großen Kirchen kommen zusammen auf knapp 44 Prozent.
Bei den Konfessionslosen beruhen die Zahlen auf Schätzungen und Hochrechnungen, da es keine amtlichen Zahlen gibt. Auch der Zensus 2011 und der Zensus 2022 fragten die Zugehörigkeit ab. Die Verteilung ist regional verschieden. In Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen halten sich Christen und Nichtchristen etwa die Waage. Im Saarland ist die Mehrheit römisch-katholisch.
Konfessionslos und überkonfessionell: zwei oft verwechselte Begriffe
Konfessionslos heißt, dass jemand keiner Religionsgemeinschaft angehört. Überkonfessionell bedeutet etwas anderes. Der Ausdruck beschreibt Gemeinschaften, die mehrere Konfessionen übergreifen oder von ihnen unabhängig sind. Beispiele in Deutschland sind die Herrnhuter Brüdergemeine, die Heilsarmee und die Jesus Freaks. Überkonfessionell ist nicht dasselbe wie ökumenisch. Ökumenische Werke können aber überkonfessionell arbeiten.
In der Zeit des Nationalsozialismus tauchte zudem der Begriff „gottgläubig“ auf. Er galt für Menschen, die sich von den anerkannten Religionsgemeinschaften abgewandt hatten.
Konfession im Alltag und in der Geschichte
Die Konfession prägte lange das politische Leben. Der Augsburger Religionsfrieden vom 25. September 1555 erlaubte den Anhängern der Confessio Augustana erstmals dauerhaft die freie Religionsausübung. Nach dem Grundsatz „cuius regio, eius religio“ bestimmte der Landesherr den Glauben in seinem Gebiet. Daraus entstanden Regionen mit fester Konfession, die teils noch heute erkennbar sind.
Auch die Sprache trägt Spuren davon. Wer „die Kirche im Dorf lässt“, bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Die Redewendung erklärt Lass die Kirche im Dorf ausführlich. Ein anderes Beispiel ist die Formel Leben wie Gott in Frankreich. Sie zeigt, wie religiöse Bilder in den Alltag wanderten.
Innerhalb der evangelischen Kirchen spielen die Unterschiede heute kaum noch eine große Rolle. Wer als evangelisches Mitglied in den Bereich einer Landeskirche anderer Konfession zieht, wechselt allein durch den Umzug die Konfession.
Fazit
Konfession beschreibt die Glaubensrichtung, der jemand innerhalb einer Religion angehört. Das Wort wanderte von der Beichte über das Glaubensbekenntnis zur Kirchenzugehörigkeit. In Deutschland gehört heute etwa die Hälfte der Menschen keiner Konfession an. Wer den Begriff kennt, versteht Formulare, Statistiken und historische Texte besser.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Konfession?
Konfession bezeichnet eine Untergruppe innerhalb einer Religion. Im Alltag meint das Wort meist die Kirche, der jemand angehört, etwa katholisch oder evangelisch.
Was ist der Unterschied zwischen Konfession und Religion?
Die Religion ist der große Rahmen, zum Beispiel das Christentum. Die Konfession beschreibt eine Richtung darin, etwa die lutherische Kirche.
Welche Konfessionen gibt es im Christentum?
Die drei Hauptgruppen sind römisch-katholisch, orthodox und evangelisch. Dazu kommen die orientalisch-orthodoxen Kirchen sowie Freikirchen wie Baptisten, Methodisten und Mennoniten.
Woher kommt das Wort Konfession?
Es stammt vom lateinischen „confessio“ und heißt Geständnis, Bekenntnis oder Beichte. Erst in der Reformationszeit bekam es die Bedeutung eines Glaubensbekenntnisses.
Was bedeutet konfessionslos?
Konfessionslose gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Sie können trotzdem gläubig sein, zum Beispiel ohne Kirchenmitgliedschaft.
Was heißt überkonfessionell?
Überkonfessionell nennt man Gemeinschaften, die mehrere Konfessionen übergreifen oder von ihnen unabhängig sind. Beispiele sind die Heilsarmee oder die Herrnhuter Brüdergemeine.
Ist der Islam eine Konfession?
Der Islam ist eine eigene Religion. Seine Richtungen wie Sunniten und Schiiten lassen sich im weiteren Sinn als Konfessionen bezeichnen.
Wie viele Deutsche sind konfessionslos?
Laut Wikipedia lag der Anteil der Konfessionslosen Ende 2025 bei etwa 48 Prozent. Er bildet damit die größte Einzelgruppe.
Kann man die Konfession wechseln?
Ja. Ein Übertritt oder ein Austritt ist in Deutschland möglich. Die Regeln legen die Länder und die Kirchen fest, Auskunft geben Standesamt und Gemeinde.
Was heißt „cuius regio, eius religio“?
Der Satz bedeutet sinngemäß „wessen Gebiet, dessen Glaube“. Er beschreibt die Praxis nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555, dass der Landesherr die Konfession seiner Untertanen bestimmte.
Quellen
- Wikipedia: Konfession
- Wikipedia: Religionen in Deutschland
- Wikipedia: Augsburger Reichs- und Religionsfrieden

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






