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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Kompensieren bedeutet, etwas auszugleichen oder aufzuwiegen. Ein Mangel, ein Nachteil oder ein Schaden wird durch einen Vorteil an anderer Stelle wettgemacht. Das Wort stammt vom lateinischen „compensare“ und begegnet im Alltag, in der Psychologie, im Recht und beim Klimaschutz.
Kurzantwort: Kompensieren heißt ausgleichen, aufwiegen oder verrechnen. Wer eine Schwäche kompensiert, macht sie durch eine Stärke an anderer Stelle wett.
Das Wichtigste in Kürze
- Kompensieren = ausgleichen, aufwiegen, verrechnen
- Herkunft: lateinisch „compensare“ (abwägen)
- Psychologie: Schwäche durch Stärke ausgleichen
- Recht und Klima: Aufrechnung und Ausgleichsmaßnahmen
Kompensieren Bedeutung: Die Definition
Das Verb „kompensieren“ kommt in mehreren Wortfeldern vor. Das Wörterbuch DWDS nennt als Kernbedeutung „ausgleichen“ und „aufwiegen“. In der Kaufmannssprache steht es für „durch Verrechnung oder Entschädigung ausgleichen“. Der Grundgedanke bleibt immer gleich: Zwei Seiten stehen sich gegenüber, und die eine gleicht die andere aus.
Ein einfaches Beispiel: Ein Läufer hat kurze Beine. Er kompensiert das mit einer hohen Schrittfrequenz. Ein anderes Beispiel: Ein Betrieb verliert Umsatz im Winter und kompensiert den Ausfall mit dem Sommergeschäft. In beiden Fällen entsteht am Ende eine ausgeglichene Bilanz.
Herkunft und Wortbildung von kompensieren
Das lateinische „compensare“ setzt sich aus „cum“ (mit) und „pensare“ (wägen) zusammen. Es meinte ursprünglich, Dinge gegeneinander abzuwägen. Das Nomen „Kompensation“ und das Adjektiv „kompensatorisch“ gehören zur selben Familie. Die Vorsilben „über-“ und „re-“ bilden „überkompensieren“ und „rekompensieren“.
Synonyme und Beispiele für kompensieren
Je nach Satz passt ein anderes Wort. Die Tabelle zeigt gängige Ersatzwörter mit einem Beispielsatz.
| Synonym | Beispielsatz |
|---|---|
| ausgleichen | Der Verein gleicht das Minus mit Spenden aus. |
| aufwiegen | Die Freude wiegt den Ärger auf. |
| wettmachen | Die Mannschaft macht den Rückstand wett. |
| ersetzen | Ein neues Gerät ersetzt den Verlust. |
| aufrechnen | Die Bank rechnet die Schuld gegen das Guthaben auf. |
| entschädigen | Die Versicherung entschädigt den Betroffenen. |
Auch manche Redensart drückt einen Ausgleich aus. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ beschreibt den strengen Ausgleich von Schuld. Das Gegenstück ist die Redensart „Das macht den Braten nicht fett“. Sie sagt, dass eine kleine Zugabe nichts Wesentliches ausgleicht.
Kompensieren in der Psychologie
In der Psychologie meint Kompensation den Versuch, eine echte oder eingebildete Minderwertigkeit auszugleichen. Nach Wikipedia führte Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie, den Begriff 1907 ein. Er bezog ihn zunächst auf körperliche Schwächen. Später übertrug er ihn auf das Seelenleben.
Kompensation gilt als alltäglicher Vorgang. Wer schlecht rechnen kann, glänzt vielleicht im Sprachenlernen. Wer sich im Beruf klein fühlt, engagiert sich im Sport. Das Ergebnis kann gesund sein und Selbstvertrauen stärken. Kritisch wird es bei der Überkompensation. Dann fällt der Ausgleich übertrieben aus, etwa durch Prahlerei oder Dauerstress.
Kurzantwort: In der Psychologie bedeutet kompensieren, eine wahrgenommene Schwäche durch besondere Leistung in einem anderen Bereich auszugleichen.
Kompensation im Recht und in der Wirtschaft
Im Recht heißt kompensieren aufrechnen. Schulden zwei Parteien einander Geld, wird nur der Unterschied gezahlt. Nach Wikipedia heißt dieser Vorgang im deutschen Recht Aufrechnung. Die Voraussetzung: Beide Forderungen stehen sich gegenseitig gegenüber.
Ein Rechenbeispiel zeigt den Effekt. Firma A schuldet Firma B 5.000 Euro. Firma B schuldet Firma A 3.200 Euro. Nach der Aufrechnung muss Firma A nur noch 1.800 Euro überweisen. Im Handel gibt es zudem Kompensationsgeschäfte, bei denen Waren gegen Waren getauscht werden statt gegen Geld.
Kompensieren beim Klima und in der Medizin
Beim Klimaschutz steht „CO2 kompensieren“ für einen rechnerischen Ausgleich. Wer fliegt, zahlt zum Beispiel in ein Aufforstungsprojekt ein. Der Flug verursacht weiterhin Emissionen. Der Ausgleich soll sie an anderer Stelle einsparen oder binden. Vermeidung bleibt deshalb der bessere Weg als Kompensation.
In der Medizin beschreibt der Begriff, wie der Körper einen Ausfall ausgleicht. Fällt eine Niere aus, übernimmt die andere mehr Arbeit. Ein Herz mit Klappenfehler pumpt zunächst kräftiger, bis die Reserven aufgebraucht sind. Dann spricht man von Dekompensation. Bei gesundheitlichen Fragen ersetzt dieser Text keinen ärztlichen Rat.
Kompensieren im Alltag: Wann der Ausgleich hilft
Im Alltag benutzen viele das Wort fast automatisch. „Ich kompensiere den Stress mit Sport.“ „Das Trinkgeld kompensiert den langsamen Service.“ Das Verb passt immer dann, wenn ein Minus durch ein Plus gedeckt wird. Manchmal schwingt ein kritischer Unterton mit, etwa in „Er kompensiert seine Unsicherheit mit einem lauten Auftreten“.
Mit Sprichwörtern lässt sich das gut greifbar machen. Äpfel und Birnen lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen. Ein Wehmutstropfen trübt dagegen eine sonst schöne Sache. Eine Übersicht solcher Ausdrücke bietet die Seite zur Bedeutung von Sprichwörtern.
Fazit
Kompensieren bedeutet ausgleichen, aufwiegen oder verrechnen. Das Wort hat sich in vielen Fachgebieten festgesetzt. In der Psychologie geht es um Schwächen und Stärken. Im Recht geht es um Forderungen. Beim Klima geht es um Emissionen. Wer den Grundgedanken kennt, versteht das Verb in jedem dieser Zusammenhänge.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet kompensieren einfach erklärt?
Kompensieren heißt ausgleichen. Ein Mangel, ein Schaden oder eine Schwäche wird durch etwas anderes aufgewogen.
Woher kommt das Wort kompensieren?
Es stammt vom lateinischen „compensare“ und bedeutet dort „gegeneinander abwägen“. Über das Französische kam es ins Deutsche.
Was ist ein Synonym für kompensieren?
Häufige Synonyme sind ausgleichen, aufwiegen, wettmachen, ersetzen und aufrechnen. Je nach Zusammenhang passt ein anderes Wort besser.
Was bedeutet kompensieren in der Psychologie?
Gemeint ist der Versuch, eine empfundene Schwäche durch Stärke in einem anderen Bereich auszugleichen. Der Begriff geht auf Alfred Adler zurück.
Ist Kompensation etwas Schlechtes?
Nein. Kompensation ist ein normaler Vorgang. Problematisch wird sie erst, wenn sie ein Problem dauerhaft überdeckt, statt es zu lösen.
Was heißt kompensieren im Rechtssinn?
Dort bedeutet es aufrechnen. Zwei gegenseitige Forderungen werden miteinander verrechnet, sodass nur der Unterschiedsbetrag übrig bleibt.
Was bedeutet CO2 kompensieren?
Wer CO2 kompensiert, gleicht ausgestoßene Treibhausgase durch Klimaschutzprojekte an anderer Stelle rechnerisch aus. Der Ausstoß selbst bleibt bestehen.
Wie schreibt man kompensieren richtig?
Mit „k“ am Anfang und „ie“ vor der Endung: kompensieren. Das Nomen lautet die Kompensation, das Adjektiv kompensatorisch.
Was ist der Unterschied zwischen kompensieren und überkompensieren?
Bei der Überkompensation fällt der Ausgleich stärker aus als nötig. Wer sich schwach fühlt und deshalb übertrieben auftritt, überkompensiert.
Gibt es Sprichwörter zum Thema Ausgleich?
Ja. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ beschreibt einen strengen Ausgleich. „Das macht den Braten nicht fett“ sagt, dass eine Kleinigkeit wenig ändert.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






