Frivolität Bedeutung: Herkunft, Synonyme und Beispiele

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 6 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Frivolität bedeutet Leichtfertigkeit, die Grenzen des Anstands überschreitet. Gemeint ist meist ein schlüpfriges, zweideutiges oder respektloses Verhalten. In der Handarbeit steht das Wort außerdem für eine Knüpfspitze, die mit einem Schiffchen entsteht.

Kurzantwort: Frivolität ist ein leichtfertiges, oft anzügliches Verhalten oder eine schlüpfrige Bemerkung. Das Wort stammt aus dem Französischen und hat eine zweite Bedeutung in der Spitzenmacherei.

Das Wichtigste in Kürze

  • Frivol heißt leichtfertig, schlüpfrig oder anstößig.
  • Das Wort kommt vom französischen „frivole“ für „unbedeutend“.
  • Frivolitäten sind auch Knüpfspitzen aus der Handarbeit.
  • Der Ton reicht von tadelnd bis augenzwinkernd.

Frivolität Bedeutung im Wörterbuch

Das Wörterbuch Duden führt für „Frivolität“ drei Bedeutungen auf. Die erste beschreibt ein frivoles Verhalten, zum Beispiel wenn jemand etwas „mit einem Anstrich von Frivolität“ sagt oder tut. Die zweite meint eine leichtfertige oder schlüpfrige Äußerung. Als Beispiel nennt der Duden „pikante Frivolitäten“.

Die dritte Bedeutung stammt aus der Handarbeit. Dort bezeichnet das Wort eine Knüpfspitze, die mit einem Schiffchen hergestellt wird. Dazu folgt weiter unten mehr.

Das Adjektiv „frivol“ ist die Grundlage. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) beschreibt es als „das Maß des Erlaubten überschreitend“. Zwei Schattierungen unterscheidet es. Die erste verletzt Vernunft und Gewissen und meint Leichtsinn. Die zweite verletzt Sitte und Moral und meint Anstößiges.

Was heißt frivol? Die Bedeutung des Adjektivs

Wer frivol handelt, nimmt etwas auf die leichte Schulter, das andere ernst nehmen. Das kann ein Thema sein, eine Regel oder eine Chance. Das DWDS nennt Beispiele wie „frivoler Leichtsinn“ oder „frivole Sorglosigkeit“. Auch die Wendung, sich frivol eine gute Chance zu verscherzen, steht dort.

Im zweiten Sinn geht es um Sitte und Moral. Ein frivoler Witz spielt mit Zweideutigkeiten. Ein frivoles Kleid zeigt mehr, als es nach der Etikette sollte. Das Urteil hängt stark von der Zeit und von der Gesellschaft ab. Was vor hundert Jahren als frivol galt, wirkt heute oft harmlos.

Kurzantwort: Frivol heißt leichtfertig, schlüpfrig oder anstößig. Je nach Zusammenhang tadelt das Wort einen Mangel an Ernst oder einen Verstoß gegen Sitte und Anstand.

Herkunft und Wortgeschichte von Frivolität

Das Wort kam aus dem Französischen ins Deutsche. Das DWDS verweist auf „frivole“, das dort „unbedeutend, oberflächlich, leichtfertig“ bedeutet. Der Duden nennt als Herkunft von „Frivolität“ das französische „frivolité“.

Ursprünglich beschrieb das Wort also etwas Nebensächliches oder Wertloses. Erst später kam der Beigeschmack des Anstößigen dazu. Wer Wichtiges als unwichtig behandelt, verletzt schnell auch Regeln des Anstands. Diese Verschiebung erklärt, warum „frivol“ heute zwei Gesichter hat.

Frivolitäten in der Handarbeit

Viele kennen das Wort nur aus dem Nähkästchen der Großmutter. Frivolitäten sind eine Form der Spitze. Nach Wikipedia heißt die Technik auch Occhi, Frivolitätenarbeit oder Schiffchenspitze. Der Begriff „Occhi“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet „Augen“.

Dabei wird ein einziger Faden auf ein kleines Schiffchen gewickelt. Aus dem Faden entstehen ringförmige und bogenförmige Figuren. Die Ringe erinnern an Augen. Diese Figuren werden untereinander zu größeren Mustern verbunden. Typische Ergebnisse sind Deckchen, Kragen, Borten und Schmuck.

Wer im Handarbeitsgeschäft nach „Frivolitäten“ fragt, meint also keine schlüpfrigen Bemerkungen. Die Doppelbedeutung sorgt gern für Schmunzeln. Sie zeigt zugleich, wie unterschiedlich ein Wort im Lauf der Zeit verwendet wird.

Synonyme und Gegenteile von frivol

Je nach Bedeutung passen verschiedene Ersatzwörter. Die folgende Tabelle ordnet sie.

Bedeutung Synonyme Gegenteil
leichtfertig leichtsinnig, unbedacht, sorglos, oberflächlich gewissenhaft, besonnen, ernsthaft
schlüpfrig anzüglich, zweideutig, pikant, gewagt sittsam, anständig, züchtig
Handarbeit Occhi, Schiffchenspitze, Knüpfspitze kein direktes Gegenteil

Bei „pikant“ und „gewagt“ ist der Ton milder als bei „anstößig“. Wer eine Bemerkung höflich einordnen möchte, greift eher zu „gewagt“. Wer sie kritisieren will, wählt „anzüglich“ oder „schlüpfrig“.

Beispiele: Frivolität im Satz verwenden

Ein paar Sätze zeigen, wie sich die Wörter im Alltag einsetzen lassen.

  • „Er verband seine Rede mit einer Prise Frivolität.“ Hier steht der Charme im Vordergrund.
  • „Die frivole Sorglosigkeit der Bank kostete viele Anleger ihr Geld.“ Hier meint das Wort Leichtsinn.
  • „Am Tisch fielen einige pikante Frivolitäten.“ Hier geht es um zweideutige Sprüche.
  • „Sie knüpfte ein Deckchen aus Frivolitäten.“ Hier ist die Spitzenarbeit gemeint.

Die Beispiele machen deutlich, dass der Zusammenhang entscheidet. Ohne ihn bleibt das Wort mehrdeutig.

Frivolität in Kunst, Mode und Sprache

Das Wort wird oft für Epochen und Stile verwendet, die mit Konventionen spielen. Das Rokoko gilt vielen als verspielt und leicht. Dort gehörten Flirt, Scherz und Zierde zum guten Ton. Wikipedia beschreibt das Rokoko als Stilrichtung des 18. Jahrhunderts mit verspielten Formen.

Auch in Mode und Kabarett gilt ein frivoler Einfall oft als mutig. Der Beigeschmack bleibt, doch er wird bewusst genutzt. Wer sich als frivol bezeichnet, spielt meist selbstironisch mit dem Ruf.

Ähnlich funktionieren Redewendungen, die Grenzen austesten. Wer „das Eis brechen“ will, tut das manchmal mit einem gewagten Scherz. Weitere Bildsprache erklärt die Seite zur Redewendung „das Eis brechen“.

Frivolität Bedeutung richtig einsetzen

Das Wort gehört eher in die gehobene oder ironische Sprache. Im Gespräch mit Freunden klingt es schnell gestelzt. In einem Text wirkt es dagegen elegant und genau.

Vorsicht ist geboten, wenn jemand ein Verhalten mit „frivol“ bewertet. Der Begriff enthält ein moralisches Urteil. Neutraler klingt „gewagt“ oder „provokant“. Wer die Bedeutung von Begriffen und Sprüchen gern nachschlägt, findet auf dem Portal Hilfen wie Sprichwort Bedeutung erklärt und Sprichwörter Herkunft.

Auch andere Ausdrücke aus dem Französischen und dem Alltag lohnen einen Blick, etwa die Redewendung „alter Schwede“.

Kurzantwort: Wer „Frivolität“ verwendet, urteilt über Anstand und Ernst. Für eine neutrale Beschreibung eignen sich „gewagt“, „pikant“ oder „provokant“.

Fazit

Frivolität hat zwei Gesichter. Zum einen beschreibt das Wort ein leichtfertiges oder schlüpfriges Verhalten. Zum anderen bezeichnet es eine Knüpfspitze aus der Handarbeit. Die Herkunft liegt im französischen „frivole“ für „unbedeutend“. Wer den Zusammenhang beachtet, versteht sofort, welche Bedeutung gemeint ist.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeutet Frivolität einfach erklärt?

Frivolität meint ein leichtfertiges, oft schlüpfriges Verhalten oder eine entsprechende Äußerung. Außerdem heißt so eine Knüpfspitze aus der Handarbeit.

Ist Frivolität ein Schimpfwort?

Nein. Das Wort klingt altmodisch und wertend, ist aber kein Schimpfwort. Je nach Tonfall kann es tadelnd oder augenzwinkernd gemeint sein.

Was ist ein frivoler Mensch?

Ein frivoler Mensch nimmt Regeln des Anstands oder ernste Themen auf die leichte Schulter. Oft gehört ein Hang zu zweideutigen Scherzen dazu.

Woher kommt das Wort Frivolität?

Es stammt vom französischen „frivolité“, das wiederum auf „frivole“ zurückgeht. Das bedeutet „unbedeutend, oberflächlich, leichtfertig“.

Welche Synonyme gibt es für Frivolität?

Passende Wörter sind Leichtfertigkeit, Schlüpfrigkeit, Zweideutigkeit, Leichtsinn und Anzüglichkeit. Welches am besten passt, hängt vom Zusammenhang ab.

Was ist das Gegenteil von frivol?

Als Gegenteil gelten Wörter wie ernsthaft, sittsam, anständig, gewissenhaft oder seriös.

Was sind Frivolitäten in der Handarbeit?

Frivolitäten sind Knüpfspitzen, die mit einem Schiffchen aus einem einzigen Faden entstehen. Man nennt die Technik auch Occhi oder Schiffchenspitze.

Wie schreibt man Frivolität richtig?

Das Wort schreibt sich mit „v“ und ohne Doppelkonsonant: Frivolität. Die Mehrzahl lautet Frivolitäten und bezeichnet meist pikante Bemerkungen.

Ist frivol dasselbe wie erotisch?

Nein. Frivol betont das Grenzüberschreitende und Leichtfertige. Erotisch beschreibt dagegen eine sinnliche Ausstrahlung ohne Wertung.

Kann Frivolität auch positiv gemeint sein?

Ja. In Kunst, Mode oder Kabarett gilt ein frivoler Einfall oft als pfiffig und mutig. Der Beigeschmack bleibt aber meist spürbar.

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