Pazifisten Bedeutung: Was ein Pazifist glaubt und will

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Ein Pazifist lehnt den Krieg als Mittel der Politik ab. Er setzt auf Frieden, Abrüstung und gewaltfreie Lösungen bei Konflikten. Das Wort ist von „pax“ (Frieden) abgeleitet und beschreibt eine Überzeugung, keine Partei. Die Pazifismus Bedeutung reicht von strikter Gewaltlosigkeit bis zu gemäßigten Haltungen.

Kurzantwort: Pazifisten sind Menschen, die jeden Krieg ablehnen und Konflikte ohne Waffengewalt lösen wollen. Die Ausprägungen reichen von völliger Gewaltlosigkeit bis zur Ablehnung allein des Krieges.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pazifist: Gegner des Krieges und Verfechter von Frieden.
  • Herkunft: lateinisch „pax“ (Frieden) und „facere“ (machen).
  • Der Begriff setzte sich ab 1901 in der Friedensbewegung durch.
  • Gegenpol: der Bellizismus, die Bejahung des Krieges.

Pazifist Bedeutung: die Definition

Nach der Wikipedia ist Pazifismus eine weltanschauliche Strömung. Sie lehnt jeden Krieg als Mittel der Auseinandersetzung ab und fordert den Verzicht auf Rüstung und militärische Ausbildung. Ein Pazifist vertritt also eine ethische Grundhaltung. Er möchte bewaffnete Konflikte vermeiden und die Bedingungen für dauerhaften Frieden schaffen.

Im Alltag fällt das Wort oft als Etikett. Jemand „ist Pazifist“, wenn er Waffenlieferungen ablehnt, den Wehrdienst verweigert oder bei Streit lieber verhandelt. Der Duden führt „Pazifist“ als männliches Substantiv und nennt als Synonyme Friedensfreund und Friedensbewegter. Die weibliche Form heißt Pazifistin.

Herkunft des Wortes Pazifist

Das Wort kommt aus dem Französischen („pacifiste“). Dahinter stehen die lateinischen Wörter „pax“ für Frieden und „facere“ für machen oder tun. Als erster bekannter Schöpfer des Begriffs gilt der Franzose J. B. Richard de Radonvilliers, der ihn 1846 vorschlug. Damals fand er kaum Gehör.

Den Durchbruch brachte das Jahr 1901. Der französische Notar Émile Arnaud forderte den Begriff in einer belgischen Zeitung. Wenige Wochen später griffen ihn die Friedensgesellschaften auf dem Weltfriedenskongress in Glasgow auf. In Deutschland warb Alfred Hermann Fried dafür. Bertha von Suttner hatte ihn dazu gedrängt. Vorher sprach man meist von „Friedensfreunden“.

Der Duden vermerkt, dass das Wort 1929 erstmals im Rechtschreibduden stand. Es ist also ein junges Wort für eine ältere Idee. Friedensgedanken finden sich schon in Judentum, Christentum und fernöstlichen Religionen.

Was Pazifisten glauben: Formen des Pazifismus

Pazifismus ist kein einheitliches Lager. Die Wikipedia beschreibt mehrere Strömungen. Der kleinste gemeinsame Nenner ist die Ablehnung des Krieges als Ereignis und Institution.

Strömung Kernidee
Religiöser Pazifismus Gewaltverzicht aus dem Glauben heraus
Bürgerlicher Pazifismus Frieden durch Recht und Verträge zwischen Staaten
Radikaler Pazifismus Abschaffung der Wehrpflicht, Abrüstung, Kriegsdienstverweigerung
Nuklearpazifismus Ablehnung von Atomwaffen

Strenge Auslegungen verzichten auf jede Form der Gewalt. Gemäßigte Pazifisten akzeptieren etwa Notwehr im Einzelfall. Ihr Ziel bleibt es, Kriege zu verhindern. Als Mittel gegen eine Besetzung nennt die Wikipedia soziale Verteidigung und zivilen Ungehorsam.

Pazifismus und Antimilitarismus im Vergleich

Beide Begriffe liegen nah beieinander. Der Antimilitarismus geht laut Wikipedia weiter. Er lehnt neben dem Krieg auch den Militarismus ab, also die Vorherrschaft des Militärischen im Staat. Der Gegenpol zum Pazifismus heißt Bellizismus. Damit ist die Kriegsverherrlichung gemeint.

Kurzantwort: Pazifismus lehnt den Krieg ab. Antimilitarismus lehnt zusätzlich das Militär als prägende Kraft ab. Bellizismus ist der Gegenpol.

Berühmte Pazifisten und Pazifistinnen

Bertha von Suttner gilt als eine der prominentesten Stimmen der Friedensbewegung. Sie erhielt 1905 den Friedensnobelpreis. Kurt Tucholsky zählte sich in der Weimarer Republik zu den radikalen Pazifisten. Ludwig Quidde führte die bürgerlichen Kräfte in der Deutschen Friedensgesellschaft. Die Gruppe um Fritz Küster vertrat den linken Flügel.

Das Friedenszeichen, das viele kennen, entwarf Gerald Holtom 1958 für die britische Kampagne zur nuklearen Abrüstung. Es steht bis heute für die Friedensbewegung.

Kriegsdienstverweigerung im Grundgesetz

Eine ganz praktische Rolle spielt der Pazifismus im deutschen Recht. Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes lautet: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Das Nähere regelt ein Bundesgesetz. Die Gewissensfreiheit schützt also auch Menschen, die aus pazifistischer Überzeugung den Dienst mit der Waffe ablehnen.

Kritik am Pazifismus

Die Kritik ist alt. Schon aus der Antike ist die Devise „Si vis pacem, para bellum“ überliefert: „Wenn du Frieden willst, bereite dich zum Krieg.“ Im Deutschen Kaiserreich galten pazifistische Positionen als „Friedenshetze“. Auch heute steht besonders der gewaltlose Pazifismus in der Debatte. Der Philosoph Jan Narveson etwa hält ihn für widersprüchlich.

Der russische Überfall auf die Ukraine 2022 spaltete die Friedensbewegung in Europa. Teile hielten Waffenlieferungen für nötig. Andere hielten an ihrer Ablehnung fest. Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich Menschen das Wort „Pazifist“ heute auslegen. Wer einen Menschen so nennt, sollte deshalb klären, was genau gemeint ist.

Pazifist im Sprachgebrauch und in Redewendungen

Das Wort taucht selten in festen Redewendungen auf. Verwandte Bilder aus dem Krieg gibt es dagegen viele. Wer die Flinte ins Korn wirft, gibt auf. Das Gegenstück zum Frieden zeigt sich im Rosenkrieg, dem erbitterten Streit zwischen Ehepartnern. Beide Wendungen stammen aus dem Wortfeld Kampf und Streit.

Fazit

Ein Pazifist tritt für Frieden ein und lehnt den Krieg ab. Wie weit er dabei geht, hängt von der Strömung ab. Manche verzichten auf jede Gewalt, andere lassen Notwehr gelten. Das Wort ist über hundert Jahre alt und bleibt umstritten. Die Grundidee bleibt gleich: Konflikte sollen ohne Krieg enden.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeutet Pazifist?

Ein Pazifist lehnt Krieg als Mittel der Auseinandersetzung ab. Er tritt für Frieden, Abrüstung und gewaltfreie Konfliktlösung ein.

Woher kommt das Wort Pazifist?

Es stammt vom französischen „pacifiste“ und geht auf das lateinische „pax“ (Frieden) und „facere“ (machen) zurück. Der Begriff setzte sich ab 1901 durch.

Was ist der Unterschied zwischen Pazifist und Antimilitarist?

Der Pazifist lehnt den Krieg ab. Der Antimilitarist wendet sich zusätzlich gegen den Militarismus selbst, also gegen die Vorherrschaft des Militärischen in Staat und Gesellschaft.

Ist ein Pazifist immer gewaltlos?

Nicht jeder. Strenge Auslegungen verzichten auf jede Gewalt. Gemäßigte Positionen erlauben etwa Notwehr oder polizeiliche Mittel, lehnen aber den Krieg ab.

Was ist das Gegenteil von Pazifismus?

Als Gegenpol nennt die Wikipedia den Bellizismus. Er bejaht den Krieg als Mittel der Politik oder verherrlicht ihn sogar.

Wer gilt als bekannte Pazifistin?

Bertha von Suttner gilt als eine der bekanntesten Vertreterinnen der Friedensbewegung. Sie erhielt 1905 den Friedensnobelpreis.

Sind Pazifisten Feiglinge?

Dieses Vorurteil ist alt. Pazifisten folgen einer Überzeugung und nehmen dafür oft Nachteile in Kauf. Ob ihre Haltung praktikabel ist, bleibt umstritten.

Was sagt das Grundgesetz zur Kriegsdienstverweigerung?

Artikel 4 Absatz 3 lautet: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Wie sagt man weiblich zu Pazifist?

Die weibliche Form lautet Pazifistin. Der Duden führt beide Formen samt Synonymen wie Friedensfreund und Friedensfreundin.

Welche Synonyme gibt es für Pazifist?

Der Duden nennt unter anderem Friedensbewegter, Friedensbewegte, Friedensfreund und Friedensfreundin.

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Quellen

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