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Kurzantwort: „Das Handtuch werfen“ bedeutet aufgeben. Die Wendung stammt aus dem Boxsport: Der Betreuer wirft ein Handtuch oder einen Schwamm in den Ring, und der Ringrichter bricht den Kampf ab.
Kurz gesagt: „Das Handtuch werfen“ bedeutet aufgeben. Die Wendung stammt aus dem Boxsport: Sieht der Trainer, dass sein Kämpfer chancenlos ist, wirft er ein Handtuch in den Ring – das Zeichen für den Ringrichter, den Kampf abzubrechen.
Der Ursprung ist jung und lässt sich genau verorten: der Boxring des späten 19. Jahrhunderts.
Was sie bedeutet
Gemeint ist das Beenden eines Vorhabens, weil die Aussicht auf Erfolg fehlt. Anders als „scheitern“ ist es eine bewusste Entscheidung.
„Nach dem dritten Fehlversuch warf er das Handtuch.“
Der Ton ist meist verständnisvoll. Wer das Handtuch wirft, zieht eine vernünftige Konsequenz.
Woher sie kommt
In der Ecke eines Boxers stehen seine Betreuer mit Wasser und Handtüchern. Wenn der Kämpfer die Runde nicht mehr überstehen würde, hat sein Trainer eine Möglichkeit, einzugreifen: Er wirft ein Handtuch oder einen Schwamm in den Ring.
Das ist ein eindeutiges, weithin sichtbares Zeichen. Der Ringrichter beendet den Kampf – der Boxer verliert, ist aber vor weiteren Schlägen geschützt.
Genau darin liegt die Bedeutung: Aufgeben, um Schlimmeres zu verhindern. Es ist keine Feigheit, sondern Fürsorge.
Die ältere Variante war der Schwamm, weshalb im Englischen auch to throw in the sponge gebräuchlich war, bevor sich to throw in the towel durchsetzte.
Verwandte Ausdrücke
- Die Flinte ins Korn werfen – aufgeben, aber vorschnell und aus Mutlosigkeit
- Die Segel streichen – aus der Seefahrt, Aufgabe des Widerstands
- Klein beigeben – nachgeben statt beenden
- Den Löffel abgeben – bedeutet sterben, wird gelegentlich verwechselt
Der Unterschied zur Flinte im Korn
Beide bedeuten Aufgeben, tragen aber verschiedene Wertungen. Wer das Handtuch wirft, handelt überlegt und meist stellvertretend für einen anderen. Wer die Flinte ins Korn wirft, gibt aus Entmutigung auf – die Wendung stammt vom Soldaten, der seine Waffe wegwarf und floh.
Beispiele
„Nach zwei Jahren Verhandlung hat die Firma das Handtuch geworfen.“
„Wirf jetzt nicht das Handtuch, du bist fast durch.“
„Der Trainer warf in der siebten Runde das Handtuch.“
Wer unterlegen ist, wirft das Handtuch. Wer dagegen Oberwasser hat, denkt nicht mehr ans Aufgeben.
Das Gegenteil von Durchhalten ist das Aufgeben. Wer sich stattdessen überwindet, springt über seinen Schatten.
Häufige Fragen
Ist es eine Redewendung oder ein Sprichwort?
Eine Redewendung. Sprichwörter sind vollständige Sätze mit einer Lebensweisheit.
Wird im Boxen heute noch ein Handtuch geworfen?
Ja, die Geste ist weiterhin üblich und in den Regelwerken als Aufgabe durch die Ecke vorgesehen.
Seit wann gibt es die Wendung im Deutschen?
Seit dem 20. Jahrhundert, übernommen aus dem englischen Boxjargon.
Quellen
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Von David Lenk, Redaktion sprichwortatlas.de. Jede Erklaerung wird an Beispielen geprueft.

David bastelt an Handys, Rechnern und WLAN und schreibt auf, was beim Einrichten wirklich hakt.






