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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Die Sadismus Bedeutung lässt sich in einem Satz fassen: Sadismus bezeichnet die Lust daran, anderen Menschen Schmerz, Leid oder Demütigung zuzufügen. Das Wort kann eine sexuelle Vorliebe meinen, aber auch allgemein Grausamkeit im Alltag beschreiben. Der Name geht auf den französischen Schriftsteller Marquis de Sade zurück.
Kurzantwort: Sadismus ist die Freude am Leid anderer. Im sexuellen Sinn gehört einvernehmliches Verhalten zum BDSM und gilt nicht als Krankheit. Eine behandlungsbedürftige Störung liegt vor, wenn Zwang und fehlende Zustimmung im Spiel sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Sadismus heißt: Lust am Quälen oder Demütigen anderer.
- Der Begriff stammt vom Marquis de Sade und wurde im 19. Jahrhundert medizinisch geprägt.
- Das Gegenstück ist der Masochismus, die Lust am eigenen Leiden.
- Einvernehmliche Praktiken sind keine Störung, Zwang schon.
Sadismus Bedeutung: Was das Wort sagt
Der Duden beschreibt Sadismus als Lust am Quälen und an Grausamkeiten. Die Wikipedia nennt ihn im allgemeinen Sprachgebrauch die Freude am Leid anderer. Beide Definitionen treffen den Kern. Ein sadistischer Mensch zieht Befriedigung daraus, dass jemand anderes leidet.
Im Alltag benutzen viele das Wort locker. Wer einer Person gern kleine Bosheiten zufügt, gilt schnell als „sadistisch“. Das klingt drastisch, meint aber meist nur Schadenfreude oder Gemeinheit. Die Fachsprache verwendet den Begriff enger.
Herkunft und Wortgeschichte
Das Wort kommt aus dem Französischen. Die Wortkunde des DWDS führt es auf „sadisme“ zurück, und dieses auf den Namen des Marquis de Sade. Donatien Alphonse François de Sade lebte von 1740 bis 1814. Er schrieb Romane, in denen Gewaltfantasien und pornografische Szenen dominieren. Viele davon entstanden während langer Jahre in Gefängnissen und Heilanstalten.
Der Psychiater Richard von Krafft-Ebing prägte den Fachbegriff. In seiner Abhandlung „Psychopathia sexualis“ von 1886 benannte er nach de Sade eine sexuelle Abweichung. Ein Mensch erlebt dabei Lust, wenn er andere demütigt oder quält. Seitdem gehört das Wort zum Wortschatz der Psychologie und Medizin.
Sexueller Sadismus und BDSM
Im sexuellen Zusammenhang bedeutet Sadismus die Erregung durch das Zufügen von Schmerzen oder Erniedrigung. Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Situationen. Erwachsene können einvernehmlich Rollenspiele mit Macht und Schmerz vereinbaren. Das fällt unter BDSM. Solche Vorlieben haben laut Wikipedia keinen Krankheitswert.
Anders sieht es aus, wenn der Mensch keine Zustimmung einholt. Dann geht es um Gewalt gegen andere. Die aktuellen Diagnosesysteme sehen nur dann eine Störung, wenn die Erregung auf Zwang und Nicht-Einvernehmlichkeit gerichtet ist. Das Ausleben kann schwere Straftaten bedeuten.
Sadismus und Masochismus im Vergleich
Die beiden Begriffe gehören zusammen. Sie bilden oft das Wort „Sadomasochismus“. Die folgende Tabelle zeigt den Unterschied auf einen Blick.
| Merkmal | Sadismus | Masochismus |
|---|---|---|
| Lustquelle | Leid anderer | eigenes Leid |
| Namensgeber | Marquis de Sade | Leopold von Sacher-Masoch |
| Rolle im BDSM | gebend, dominant | empfangend, submissiv |
| Krankheitswert | nur mit Zwang und ohne Zustimmung | nur bei starkem Leidensdruck |
Viele Menschen erleben beide Seiten. Sie wechseln die Rolle oder genießen beide Formen der Erregung. Auch das ist bei Einvernehmen unproblematisch.
Sadismus im Alltag: Beispiele
Nicht jede sadistische Regung hat etwas mit Sexualität zu tun. Die Wikipedia unterscheidet deshalb den nicht vorwiegend sexuell motivierten Sadismus. Der Psychoanalytiker Erich Fromm untersuchte diese Form in seinem Werk „Anatomie der menschlichen Destruktivität“. Ihm ging es um das Verlangen nach Macht und Kontrolle über andere.
- Ein Chef demütigt Mitarbeiter vor der Gruppe und genießt deren Unbehagen.
- Jemand quält Tiere und zeigt dabei Lust an der Hilflosigkeit.
- Eine Person hetzt im Netz gegen andere und freut sich über deren Verzweiflung.
- Ein Kind zerstört gezielt die Sachen anderer, um Reaktionen zu sehen.
Redewendungen zeigen, wie alt das Thema ist. Wer Gnade und Härte im Wechsel einsetzt, wendet Zuckerbrot und Peitsche an. Und die alte Regel Auge um Auge, Zahn um Zahn beschreibt Vergeltung, die mit Lust am Leid des Gegners verbunden sein kann.
Kurzantwort: Sadismus im Alltag heißt, Freude an der Qual oder Erniedrigung anderer zu zeigen. Das reicht von Schadenfreude bis zu gezielter Quälerei und hat nicht immer eine sexuelle Seite.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose einer Präferenzstörung setzt voraus, dass die Symptome über sechs Monate mehrfach auftreten. Die Kriminalpsychologin Lydia Benecke betont laut Wikipedia: Ein Problem besteht, wenn jemand einvernehmliche Praktiken ablehnt und ohne sadistische Handlungen keine Befriedigung findet.
Im ICD-10 galt Sadomasochismus noch als Störung der Sexualpräferenz mit dem Schlüssel F65.5. Der ICD-11 kennt nur noch die „Sexuell-sadistische Störung unter Ausübung von Zwang“. Damit ist einvernehmlicher BDSM entpathologisiert. Wer unter eigenen Fantasien leidet, findet Hilfe bei Psychotherapeuten und Sexualberatungsstellen.
Wann Sadismus zur Gefahr wird
Schwere sadistische Fantasien bleiben sehr selten. Die Wikipedia beschreibt, dass sie in Extremfällen zu Sexualstraftaten führen können. Solche Fälle prägen das öffentliche Bild stark, obwohl sie die Ausnahme sind. Die allermeisten Menschen mit sadistischen Neigungen leben sie einvernehmlich oder gar nicht aus.
Warnzeichen sind Zwang, Gewalt gegen Unwillige und der Verlust der Kontrolle. Wer solche Impulse an sich bemerkt, sollte früh professionelle Hilfe suchen. Auch Menschen, die mit einer sadistischen Person zu tun haben, brauchen Unterstützung, etwa bei Beratungsstellen. Einen Blick auf verwandte Psychologie-Themen bietet Stille Wasser sind tief.
Fazit
Sadismus bedeutet Lust am Leid anderer. Der Begriff stammt vom Marquis de Sade und wurde 1886 von Krafft-Ebing in die Medizin eingeführt. Einvernehmliche Praktiken im BDSM gelten heute nicht als Störung. Problematisch wird Sadismus erst, wenn Zwang und Gewalt ins Spiel kommen. Im Alltag wird das Wort oft überspitzt für Gemeinheit verwendet.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Sadismus einfach erklärt?
Sadismus ist die Lust, andere Menschen leiden zu sehen oder ihnen Schmerzen zuzufügen. Das kann körperlich oder seelisch gemeint sein.
Woher kommt das Wort Sadismus?
Es stammt vom französischen Schriftsteller Marquis de Sade (1740 bis 1814). Krafft-Ebing machte es 1886 zum Fachbegriff.
Was ist der Unterschied zwischen Sadismus und Masochismus?
Ein Sadist genießt fremdes Leid, ein Masochist das eigene. Beide Begriffe gehören zum Sadomasochismus.
Ist Sadismus eine Krankheit?
Nicht automatisch. Einvernehmliche Praktiken gelten nicht als Störung. Eine Diagnose kommt nur bei Zwang und Leidensdruck in Frage.
Was ist sexueller Sadismus?
Es ist die sexuelle Erregung durch das Zufügen von Schmerzen oder Erniedrigung. Im BDSM geschieht das mit Zustimmung aller Beteiligten.
Was bedeutet sadistisch im Alltag?
Das Wort beschreibt Menschen, die Freude an Gemeinheit, Quälerei oder Demütigung haben. Oft ist es eine Übertreibung für Schadenfreude.
Was ist ein Sadist?
Ein Sadist ist eine Person mit sadistischen Neigungen. Die Duden-Definition nennt die Lust am Quälen und an Grausamkeiten.
Ist Sadismus strafbar?
Die Neigung selbst ist nicht strafbar. Gewalt gegen Menschen ohne deren Zustimmung ist es. Die Grenzen zieht das Strafrecht.
Wie wird Sadismus behandelt?
Bei Leidensdruck helfen Psychotherapie und Sexualberatung. Ziel ist Kontrolle über Impulse und ein Ausleben ohne Zwang.
Was ist Sadomasochismus?
Der Begriff fasst Sadismus und Masochismus zusammen. Viele Menschen erleben beide Rollen. Im ICD-10 stand er noch unter F65.5.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






