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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
„Zzgl.“ ist die Abkürzung für „zuzüglich“ und bedeutet „plus“ oder „hinzu kommt“. Sie steht vor allem in Angeboten, Rechnungen und Preislisten. Meist folgt darauf die Mehrwertsteuer („zzgl. MwSt.“) oder ein weiterer Posten wie die Versandkosten.
Kurzantwort: Zzgl. heißt „zuzüglich“. Der genannte Preis erhöht sich noch um den Betrag, der danach steht, zum Beispiel um 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Das Wichtigste in Kürze
- Zzgl. bedeutet „zuzüglich“, also „plus“.
- Häufigster Zusatz ist die Mehrwertsteuer mit 19 oder 7 Prozent.
- Das Gegenstück heißt „abzgl.“ für „abzüglich“.
- Verbraucher sehen Gesamtpreise, Unternehmen oft Nettopreise.
Zzgl. Bedeutung: Was die Abkürzung sagt
Das Wort „zuzüglich“ stammt aus der Kaufmannssprache. Der Duden führt es als Präposition mit der Bedeutung „hinzugerechnet, plus“. Wer „zzgl.“ liest, weiß also: Der Betrag davor ist noch nicht der Endpreis. Etwas kommt obendrauf.
Die Kurzform spart Platz in Tabellen und auf Rechnungen. Im Fließtext wirkt sie steif. Dort schreiben die meisten lieber „plus“ oder „und dazu“. Wer ein Sprichwort oder eine Redensart nachschlagen will, findet auf der Seite Sprichwort-Bedeutung ganz andere Wortschätze. Die Geschäftssprache hat ihre eigenen Kürzel.
Zzgl. MwSt. erklärt: Netto, Steuer und Brutto
Am häufigsten steht „zzgl. MwSt.“ hinter einem Preis. MwSt. ist die Mehrwertsteuer, im Gesetz „Umsatzsteuer“ genannt. Der Preis davor heißt dann Nettopreis. Die Steuer kommt oben drauf, und das Ergebnis ist der Bruttopreis.
In Deutschland gilt laut Wikipedia seit dem 1. Januar 2007 ein Regelsteuersatz von 19 Prozent. Für bestimmte Leistungen greift der ermäßigte Satz von 7 Prozent. Dazu zählen viele Lebensmittel, Bücher und Zeitungen.
| Nettopreis | Steuer 19 % | Brutto 19 % | Steuer 7 % | Brutto 7 % |
|---|---|---|---|---|
| 50,00 € | 9,50 € | 59,50 € | 3,50 € | 53,50 € |
| 100,00 € | 19,00 € | 119,00 € | 7,00 € | 107,00 € |
| 250,00 € | 47,50 € | 297,50 € | 17,50 € | 267,50 € |
| 1.000,00 € | 190,00 € | 1.190,00 € | 70,00 € | 1.070,00 € |
Zzgl. Versandkosten und andere Zuschläge
Hinter „zzgl.“ steht keineswegs immer die Steuer. Auch Versandkosten, Verpackung, Pfand, Montage oder Nebenkosten werden so angekündigt. Ein Beispiel aus der Praxis: „Miete 650 Euro zzgl. 180 Euro Nebenkosten“. Die Warmmiete beträgt dann 830 Euro.
Bei Angeboten im Handwerk lesen sich Formulierungen wie „Materialkosten zzgl. Anfahrt“ ähnlich. Die Abkürzung sagt nur, dass ein Posten folgt. Wie hoch er ausfällt, muss aus dem Text hervorgehen. Fehlt die Angabe, lohnt eine Nachfrage vor der Zusage.
Zzgl. oder abzgl.: Plus und Minus im Vergleich
Das Gegenstück zu „zzgl.“ ist „abzgl.“ für „abzüglich“. Damit wird etwas abgezogen. Typische Beispiele sind Rabatt, Skonto, Anzahlung oder ein bereits gezahlter Abschlag. Beide Wörter tauchen oft im selben Dokument auf.
Kurzantwort: „Zzgl.“ addiert einen Betrag, „abzgl.“ zieht einen ab. Eine Rechnung über 1.000 Euro zzgl. 190 Euro Steuer abzgl. 50 Euro Anzahlung ergibt 1.140 Euro.
Zzgl. richtig schreiben und verwenden
Die Abkürzung besteht aus zwei „z“ am Anfang, dann „g“, „l“ und einem Punkt. Ohne Punkt wirkt sie unfertig. Nach dem Duden regiert „zuzüglich“ in der Regel den Genitiv: „zuzüglich der Versandkosten“. Steht das Nomen im Plural ohne Artikel, bleibt es meist ungebeugt: „zuzüglich Gebühren“.
Kurze lateinische oder fachsprachliche Wendungen begegnen im Geschäftsleben oft. Ein Beispiel ist in petto. Auch dahinter steckt eine feste Bedeutung, die man kennen sollte, bevor man sie benutzt.
Zzgl. im Preis: Was das Gesetz für Verbraucher verlangt
Gegenüber Verbrauchern gilt eine klare Regel. Nach § 3 der Preisangabenverordnung müssen Händler Gesamtpreise nennen. Der Preis muss also die Umsatzsteuer und alle sonstigen Preisbestandteile enthalten. Ein Angebot „99 Euro zzgl. MwSt.“ an Privatkunden ist deshalb in der Regel nicht zulässig.
Unter Unternehmern sieht das anders aus. Wer als Firma einkauft, kann die Umsatzsteuer meist als Vorsteuer abziehen. Darum stehen Nettopreise in Angeboten an Geschäftskunden, in Rahmenverträgen und auf Großhandelsseiten. Versandkosten müssen Händler im Onlinehandel dagegen getrennt und deutlich ausweisen.
Zzgl. bedeutet auch: Nachrechnen lohnt sich
Wer Angebote vergleicht, sollte alle Preise auf dieselbe Basis bringen. Ein Angebot über 800 Euro zzgl. MwSt. kostet brutto 952 Euro. Ein zweites Angebot über 900 Euro inklusive Steuer ist dann günstiger. Die Rechnung dauert Sekunden, spart aber unter Umständen viel Geld.
Die Schritte im Überblick:
- Nettopreis notieren und Steuersatz prüfen (19 oder 7 Prozent).
- Nettopreis mit 1,19 oder 1,07 multiplizieren.
- Weitere Posten mit „zzgl.“ dazuzählen, zum Beispiel Versand.
- Posten mit „abzgl.“ abziehen, etwa Rabatt oder Anzahlung.
- Endsummen der Angebote nebeneinanderlegen.
Ähnlich verbreitet ist die Wendung null-acht-fünfzehn aus dem Alltag. Auch sie klingt für Außenstehende erst rätselhaft. Kürzel wie „zzgl.“ werden schnell zur Gewohnheit. Wer sie einmal entschlüsselt hat, liest Rechnungen und Angebote entspannter.
Fazit
„Zzgl.“ bedeutet „zuzüglich“ und kündigt einen Aufschlag an. Meist ist es die Mehrwertsteuer mit 19 oder 7 Prozent, manchmal sind es Versand, Nebenkosten oder Gebühren. Gegenüber Privatkunden müssen Händler Gesamtpreise nennen. Bei Geschäftsangeboten bleibt der Nettopreis üblich. Wer den Endpreis selbst ausrechnet, vergleicht Angebote fair.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet zzgl.?
Die Abkürzung steht für „zuzüglich“. Sie kündigt an, dass zu einem genannten Betrag noch etwas dazukommt, meist die Mehrwertsteuer oder Versandkosten.
Wie spricht man zzgl. aus?
Man spricht das ganze Wort aus: „zuzüglich“. Die Abkürzung selbst lesen die wenigsten Menschen laut vor.
Was heißt zzgl. MwSt.?
Der Nettopreis wird noch um die Mehrwertsteuer erhöht. Bei 100 Euro netto und 19 Prozent Steuer zahlt der Kunde am Ende 119 Euro.
Ist zzgl. dasselbe wie plus?
Inhaltlich ja. „Zzgl.“ klingt förmlicher und steht vor allem in Angeboten, Rechnungen und Preislisten. „Plus“ passt eher in den Alltag.
Was ist das Gegenteil von zzgl.?
Das Gegenteil lautet „abzüglich“, abgekürzt „abzgl.“. Dann wird etwas vom Betrag abgezogen, zum Beispiel ein Rabatt oder eine Anzahlung.
Steht nach zzgl. der Nominativ oder der Genitiv?
Meist folgt der Genitiv, etwa „zuzüglich der Versandkosten“. Bei einem Nomen ohne Artikel bleibt es oft ungebeugt: „zuzüglich Versandkosten“. Beides ist üblich.
Darf ein Händler Verbrauchern Preise zzgl. MwSt. nennen?
Gegenüber Verbrauchern muss er den Gesamtpreis angeben, also den Preis inklusive Umsatzsteuer. Preise zzgl. MwSt. gelten im Geschäft unter Unternehmern.
Wie schreibt man die Abkürzung richtig?
Mit zwei kleinen z, einem g, einem l und einem Punkt: „zzgl.“ Manche setzen sie groß an den Satzanfang, dann heißt es „Zzgl.“.
Wie viel Mehrwertsteuer gilt in Deutschland?
Der Regelsatz beträgt 19 Prozent. Für bestimmte Waren, etwa viele Lebensmittel und Bücher, gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent.
Wie rechnet man einen Preis zzgl. Steuer aus?
Man multipliziert den Nettopreis mit 1,19. Aus 250 Euro netto werden so 297,50 Euro brutto. Bei 7 Prozent rechnet man mit 1,07.
Quellen
- Duden: zuzüglich
- Preisangabenverordnung § 3 (gesetze-im-internet.de)
- Wikipedia: Umsatzsteuer (Deutschland)

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






