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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Blasphemie bedeutet, Gott oder Heiliges zu verspotten, zu verfluchen oder herabzuwürdigen. Das Wort stammt aus dem Griechischen und heißt wörtlich „Rufschädigung“. Im Deutschen sagt man dazu meist Gotteslästerung.
Kurzantwort: Blasphemie ist die Verhöhnung religiöser Glaubensinhalte. In Deutschland ist sie nur strafbar, wenn sie den öffentlichen Frieden stört (§ 166 StGB).
Das Wichtigste in Kürze
- Blasphemie heißt wörtlich „Rufschädigung“ und meint die Verhöhnung von Heiligem.
- Gotteslästerung ist das deutsche Wort für die Beschimpfung Gottes.
- § 166 StGB bestraft nur Angriffe, die den öffentlichen Frieden stören können.
- In manchen Ländern drohen für Blasphemie bis heute schwere Strafen.
Blasphemie Bedeutung: Definition und Herkunft
Nach Wikipedia ist Blasphemie das Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion oder eines Glaubensbekenntnisses. Die Beschimpfung Gottes heißt Gotteslästerung. Das Wort geht auf das altgriechische „blasphēmía“ zurück. Es setzt sich aus „blaptein“ (Schaden bringen) und „phēmē“ (Kunde, Ruf) zusammen. Wer blasphemisch spricht, schadet also dem guten Ruf des Heiligen.
Das Duden-Wörterbuch führt Blasphemie als bildungssprachliches Wort für Gotteslästerung. Auch das DWDS verzeichnet den Begriff samt Wortgeschichte. Das zugehörige Adjektiv „blasphemisch“ beschreibt Äußerungen, Bilder oder Handlungen, die religiöse Gefühle verletzen.
Blasphemie und Gotteslästerung: Wo liegt der Unterschied?
Beide Begriffe überschneiden sich stark. Gotteslästerung richtet sich gegen Gott selbst. Blasphemie fasst den Kreis weiter. Dazu zählen heilige Personen, Symbole, Schriften und Rituale. Ein Beispiel ist das Verhöhnen eines Kreuzes oder das Zerreißen einer heiligen Schrift.
| Begriff | Gemeint ist |
|---|---|
| Blasphemie | Verhöhnung von Gott und Heiligem |
| Gotteslästerung | Beschimpfung Gottes |
| Häresie | Abweichung von der Glaubenslehre |
| Sakrileg | Schändung heiliger Orte oder Dinge |
Blasphemie im Alltag: Beispiele und Redewendungen
Im täglichen Sprachgebrauch begegnen einem viele Wendungen mit religiösem Bezug. „Oh mein Gott“ oder „Um Himmels willen“ gelten als harmlose Ausrufe. Kaum jemand hört darin eine Verhöhnung. Wer dagegen Gott gezielt verspottet, spricht blasphemisch.
Manche Redewendungen spielen mit religiösen Bildern, ohne Gott anzugreifen. Ein Beispiel ist das Blaue vom Himmel lügen. Auch den Teufel an die Wand malen stammt aus dem Volksglauben. Wer die Kirche im Dorf lässt, mahnt dagegen zur Mäßigung, wie der Beitrag zu „Lass die Kirche im Dorf“ zeigt.
Blasphemie in Deutschland: Was sagt das Gesetz?
Ein eigenes Blasphemie-Verbot kennt das deutsche Recht nicht. Es gibt aber § 166 StGB. Er stellt die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen unter Strafe. Voraussetzung ist, dass die Tat den öffentlichen Frieden stören kann. Das Gesetz sieht Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor.
Diese Fassung gilt laut Wikipedia seit dem 1. September 1969. Zuvor stand die Gotteslästerung selbst im Mittelpunkt. Heute schützt der Paragraph den öffentlichen Frieden. Der Volksmund nennt ihn trotzdem weiter „Gotteslästerungsparagraph“, auch wenn das juristisch nicht ganz zutrifft.
Kurzantwort: Nicht jede Beleidigung von Religion ist strafbar. Ein Gericht prüft, ob die Äußerung den öffentlichen Frieden stören kann.
Blasphemiegesetze weltweit im Überblick
Die Rechtslage unterscheidet sich stark. Dänemark schaffte seinen Blasphemie-Paragraphen 140 am 2. Juni 2017 ab. Er galt seit 1866. In Pakistan drohen dagegen nach den Blasphemiegesetzen von 1986 schwere Strafen. Für die Schändung des Koran sieht das Gesetz lebenslange Haft vor. Die Beleidigung Mohammeds kann mit dem Tod bestraft werden.
Menschenrechtler kritisieren seit Jahren, dass solche Gesetze zu persönlichen Abrechnungen missbraucht werden. Oft genügt ein bloßer Verdacht. Betroffen sind vor allem religiöse Minderheiten wie die Ahmadis.
Geschichte der Blasphemie: Vom Verbrechen zur Streitfrage
Über Jahrhunderte galt Gotteslästerung in Europa als schweres Verbrechen. Kirche und Staat verfolgten sie oft mit Härte. Mit der Aufklärung wuchs die Kritik. Der Gedanke der Meinungs- und Religionsfreiheit setzte sich durch. Heute streiten Juristen und Öffentlichkeit darüber, ob ein Strafgesetz für Religionsbeschimpfung noch nötig ist.
Ein bekannter Streitfall in Deutschland betrifft die Satirezeitschrift Titanic. Die katholische Kirche ging wiederholt gegen das Magazin vor. Der Preis „Der Freche Mario“ zeichnet seit 2008 Blasphemie-Kunstwerke aus. Er zielt auf die Abschaffung des § 166 StGB.
Blasphemie, Satire und Kunstfreiheit
Satire darf überspitzen und provozieren. Die Kunst- und Meinungsfreiheit im Grundgesetz schützt auch scharfe Kritik an Religionen. Grenzen ziehen Gerichte dort, wo eine Äußerung Hass schürt oder den öffentlichen Frieden gefährdet. Die Abwägung fällt je nach Fall unterschiedlich aus.
Wer eine Redewendung wie „Leben wie Gott in Frankreich“ benutzt, bewegt sich dagegen fern jeder Blasphemie. Sie lobt ein gutes Leben und verspottet niemanden.
Fazit
Blasphemie bezeichnet die Verhöhnung von Gott und Heiligem. Das Wort Gotteslästerung bedeutet im Kern dasselbe, ist aber enger gefasst. In Deutschland droht Strafe nur, wenn die Tat den öffentlichen Frieden stören kann. In anderen Ländern gelten weit strengere Regeln. Wer den Begriff kennt, versteht Debatten um Religion, Satire und Meinungsfreiheit besser.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Blasphemie einfach erklärt?
Blasphemie meint das Verspotten, Verfluchen oder Herabwürdigen von Gott oder heiligen Dingen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und heißt wörtlich „Rufschädigung“.
Ist Blasphemie dasselbe wie Gotteslästerung?
Im Alltag ja. Gotteslästerung ist das deutsche Wort für die Beschimpfung Gottes. Blasphemie ist der weitere Begriff und schließt auch heilige Personen, Symbole und Schriften ein.
Woher kommt das Wort Blasphemie?
Es geht auf das altgriechische „blasphēmía“ zurück. Über das Kirchenlatein gelangte es ins Deutsche. Die Lehnwörter „Blasphemie“ und „blasphemisch“ sind seit Jahrhunderten gebräuchlich.
Ist Blasphemie in Deutschland strafbar?
Nicht als solche. Strafbar ist nach § 166 StGB die Beschimpfung von Bekenntnissen, wenn sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
Gibt es den Gotteslästerungsparagraphen noch?
Umgangssprachlich ja, so heißt § 166 StGB. Juristisch stimmt der Name nicht ganz, denn der Paragraph schützt den öffentlichen Frieden und nicht Gott selbst.
Wie hoch ist die Strafe nach § 166 StGB?
Das Gesetz sieht Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Ein Gericht prüft dabei stets den Einzelfall.
Was ist der Unterschied zwischen Blasphemie und Häresie?
Blasphemie verhöhnt Glaubensinhalte. Häresie meint eine Lehre, die von der offiziellen Glaubensauffassung abweicht. Ein Ketzer muss also niemanden verspotten.
Ist „Oh mein Gott“ schon Blasphemie?
Meist nicht. Solche Ausrufe gelten als Redewendung. Blasphemisch wird es erst, wenn jemand Gott oder Heiliges gezielt verhöhnen will.
Gilt Satire als Blasphemie?
Satire darf in Deutschland viel. Die Kunst- und Meinungsfreiheit setzt hohe Hürden. Erst bei einer Störung des öffentlichen Friedens wird es rechtlich heikel.
Wo steht Blasphemie noch unter Strafe?
In mehreren Ländern, etwa in Pakistan. Dort drohen laut Wikipedia bei Beleidigung Mohammeds sogar Todesstrafe, verhängt wurden solche Urteile bisher aber nicht vollstreckt.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






