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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Larmoyanz bedeutet Weinerlichkeit: ein übertrieben gefühlvoller, klagender Ausdruck voller Selbstmitleid. Das Adjektiv „larmoyant“ heißt rührselig oder jammernd. Das Wort gehört zur Bildungssprache und klingt meist abwertend.
Kurzantwort: Larmoyanz ist eine weinerliche, übertrieben sentimentale Art zu sprechen, zu schreiben oder aufzutreten. Wer larmoyant klingt, klagt viel und sucht Mitgefühl.
Das Wichtigste in Kürze
- Larmoyanz heißt Weinerlichkeit oder Rührseligkeit.
- Das Wort kommt vom französischen „larmoyer“ (weinen).
- Es klingt abwertend und gehört zur Bildungssprache.
- Synonyme: weinerlich, wehleidig, sentimental, jammernd.
Larmoyanz Bedeutung: Definition und Einordnung
Die Wikipedia beschreibt Larmoyanz als Begriff aus der Stilistik. Gemeint ist ein übertrieben sentimental wirkender Sprachstil. Er drückt Überempfindlichkeit bis zur Wehleidigkeit aus. Auch ausgeprägtes Selbstmitleid gehört dazu.
Das Adjektiv „larmoyant“ erklärt der Duden mit „sentimental, voller Selbstmitleid, weinerlich“. In Klammern steht „wehleidig“ als abwertende Variante. Der DWDS führt es als bildungssprachlich und abwertend. Wer das Wort benutzt, urteilt also. Er hält den Ton für zu klagend oder zu theatralisch.
Herkunft des Wortes: von der Träne zum Jammern
Das Wort kam im 18. Jahrhundert aus dem Französischen ins Deutsche. Der DWDS nennt „larmoyant“ eine Entlehnung von französisch „larmoyant“ im Sinn von „zu Tränen rührend“. Es ist das Partizip Präsens von „larmoyer“, also bitterlich weinen oder jammern.
„Larmoyer“ geht auf „larme“ zurück, die Träne. Dahinter steht das lateinische „lacrima“. Im Kern steht also immer die Träne.
Synonyme und verwandte Wörter
Je nach Zusammenhang passen unterschiedliche Wörter. Die Tabelle zeigt gängige Alternativen mit ihrem Beiklang.
| Wort | Beiklang |
|---|---|
| weinerlich | klingt nach Tränen, oft in der Stimme |
| rührselig | zielt auf Gefühl, das andere anrühren soll |
| wehleidig | übertreibt eigenen Schmerz |
| sentimental | neutraler, gefühlsbetont |
| tränenreich | beschreibt Szenen mit viel Weinen |
Ein Gegenwort im strengen Sinn gibt es nicht. Nüchtern, gefasst oder sachlich beschreiben den entgegengesetzten Ton. Auch die Redensart vom weinenden Auge streift das Thema, meint aber ein echtes Gefühl aus Abschied und Freude.
Larmoyant im Alltag: typische Verbindungen
Der DWDS listet feste Verbindungen auf. Häufig sind „larmoyantes Gejammer“, „larmoyanter Tonfall“, „larmoyantes Pathos“ und „larmoyante Nabelschau“. Auch Verben tauchen auf: Man kann larmoyant klagen, sich larmoyant beklagen oder etwas larmoyant vortragen.
Einige Beispielsätze machen die Verwendung klar:
- Der Brief las sich larmoyant und voller Vorwürfe.
- Sein larmoyanter Ton verdarb die Stimmung am Tisch.
- Die Rede geriet zur larmoyanten Selbstbeschau.
- Sie beklagte sich larmoyant über das Wetter, die Bahn und die Kollegen.
Larmoyanz in Sprache, Theater und Literatur
In der Stilistik beschreibt Larmoyanz einen Schreibstil, der auf Rührung zielt. Sätze häufen Klagen an, Bilder wollen Mitleid wecken. Das Ergebnis wirkt schnell überladen. Kritiker sprechen dann von Kitsch oder Gefühlsduselei.
Im Französischen gab der Begriff literarischen Kategorien den Namen. Die „Comédie larmoyante“ ist die rührende Komödie. Das „Genre larmoyant“ steht für das Melodram. Beide Formen setzen bewusst auf Tränen als Wirkung. Im Deutschen verwendet man das Wort dagegen meist als Tadel.
Kurzantwort: Ob ein Text larmoyant ist, zeigt sich am Übermaß. Wer Gefühl ständig ausstellt und um Mitleid wirbt, klingt larmoyant. Ehrliche Trauer bleibt davon getrennt.
Larmoyanz und verwandte Redewendungen
Das Bild vom klagenden Menschen kennt die deutsche Sprache in vielen Formen. Wer „in Sack und Asche“ geht, zeigt öffentlich Reue oder Trauer. Ein Wehmutstropfen trübt eine sonst gute Sache. Beide Wendungen sind harmloser als das Adjektiv larmoyant, das stets einen Vorwurf enthält.
Wer sich ständig beklagt, gilt im Volksmund als Jammerlappen. Das Fremdwort wirkt gehobener und höflicher. Es passt in Kritiken, Essays und Gespräche unter Leuten, die Bildungswörter mögen.
So verwendet man „larmoyant“ richtig
- Zuerst prüfen: Geht es um Ton und Wirkung, nicht um echtes Leid?
- Dann das passende Substantiv wählen, zum Beispiel Ton, Gejammer oder Pathos.
- Auf Steigerung verzichten. „Sehr larmoyant“ geht, „larmoyanter“ klingt gestelzt.
- Bei Personen vorsichtig sein, denn das Wort kann verletzen.
Häufig verwechseln Leser das Wort mit „lamentieren“, das ebenfalls klagen bedeutet. Beide Wörter kommen aus romanischen Sprachen und drücken Jammern aus. Larmoyant betont jedoch die Tränen und die Rührung, lamentieren eher das laute Klagen.
Die Aussprache ist französisch geprägt. Man spricht „larmoajánz“ und betont die letzte Silbe. Die Schreibung mit „y“ bleibt in beiden Formen erhalten: Larmoyanz und larmoyant.
Fazit
Larmoyanz beschreibt einen weinerlichen, rührseligen und selbstmitleidigen Ausdruck. Das Wort stammt vom französischen „larmoyer“ und damit von der Träne. Duden, DWDS und Wikipedia stimmen in Kern und Wertung überein. Man setzt es ein, wenn Klage und Gefühl übertrieben wirken. Für ehrliche Trauer passt es nicht. Weitere Beispiele für Wörter mit langer Geschichte finden sich im Ratgeber zur Redensart.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet larmoyant?
Larmoyant heißt weinerlich, rührselig und voller Selbstmitleid. Das Wort beschreibt Menschen, Texte oder Auftritte, die übertrieben auf Tränen und Klage setzen.
Woher kommt das Wort Larmoyanz?
Es stammt aus dem Französischen. Dort steht „larmoyer“ für weinen oder jammern, „larme“ für die Träne. Am Anfang steht das lateinische „lacrima“.
Ist larmoyant ein Schimpfwort?
Es klingt abwertend, gilt aber als gehobenes Wort. Der DWDS ordnet es als bildungssprachlich und abwertend ein.
Wie spricht man Larmoyanz aus?
Man spricht es französisch: „larmoajánz“. Das „y“ klingt wie ein „j“, die Betonung liegt auf der letzten Silbe.
Welche Synonyme gibt es?
Passend sind weinerlich, rührselig, wehleidig, sentimental und tränenreich. Je nach Satz eignet sich auch „jammernd“.
Was ist das Gegenteil von larmoyant?
Ein direktes Gegenstück fehlt. Nüchtern, gefasst, sachlich oder robust beschreiben den umgekehrten Ton.
Was ist eine Comédie larmoyante?
So heißt im Französischen die „rührende Komödie“. Sie mischt heitere Handlung mit Rührung und gehörte im 18. Jahrhundert zu den beliebten Theaterformen.
Kann ein Text larmoyant sein?
Ja. In der Stilistik bezeichnet Larmoyanz einen übertrieben sentimentalen Sprachstil. Auch Reden, Briefe und Lieder können so wirken.
Ist Larmoyanz dasselbe wie Trauer?
Nein. Echte Trauer ist ein Gefühl. Larmoyanz beschreibt eine Ausdrucksweise, die dieses Gefühl stark ausstellt oder dramatisiert.
Wie verwendet man das Wort im Satz?
Etwa so: „Sein larmoyanter Tonfall nervte das ganze Team.“ Das Adjektiv steht meist vor einem Substantiv wie Gejammer, Ton oder Pathos.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






