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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Die schönsten Zitate aus einem Buch stammen oft aus Klassikern wie Goethes „Faust“, Kafkas „Der Process“ oder Fontanes „Effi Briest“. Hier stehen bekannte Buchzitate mit genauer Fundstelle, berühmte erste Sätze und eine Anleitung, wie sich ein Zitat aus einem Buch richtig angeben lässt. Werke von Autoren, die vor über 70 Jahren gestorben sind, dürfen frei zitiert werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Klassiker liefern die bekanntesten Buchzitate.
- Erste Sätze gehören zu den meistzitierten Stellen.
- Ein korrektes Zitat nennt Autor, Titel, Jahr und Seite.
- Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Autors.
Berühmte Zitate aus Büchern der Weltliteratur
Manche Sätze haben ihr Buch längst verlassen. Sie tauchen in Reden, Karten und Alltagsgesprächen auf. Die folgenden Zitate sind mit Fundstelle belegt.
- „Da steh ich nun, ich armer Tor! / Und bin so klug als wie zuvor.“ – Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Vers 358 f.
- „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“ – Goethe, Faust I, Vers 1112
- „Ein weites Feld.“ – Theodor Fontane, Effi Briest, 1895
- „Der Mensch soll um der Güte und Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken.“ – Thomas Mann, Der Zauberberg, Kapitel „Schnee“
Fontanes „weites Feld“ sagt der alte Briest mehrmals im Roman, zuletzt ganz am Ende. Die Wendung steht heute für Fragen, die sich nicht einfach beantworten lassen.
Kurzantwort: Die bekanntesten Zitate aus Büchern stammen aus Klassikern wie Goethes „Faust“, Fontanes „Effi Briest“ und Thomas Manns „Zauberberg“. Viele davon sind heute Redewendungen.
Die berühmtesten ersten Sätze
Ein erster Satz entscheidet oft darüber, ob Leser weiterlesen. Einige Anfänge sind selbst zu Klassikern geworden.
- „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ – Franz Kafka, Die Verwandlung, 1915
- „Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ – Franz Kafka, Der Process, 1925
- „Habe nun, ach! Philosophie, / Juristerei und Medizin, / Und leider auch Theologie! / Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.“ – Goethe, Faust I, Beginn des Monologs
Kafkas Anfänge zeigen, wie ein einziger Satz eine ganze Welt öffnet. Beide beginnen mit einem Morgen. Beide werfen die Figur ohne Vorwarnung aus ihrem Alltag.
Zitate über das Lesen selbst
Auch über Bücher gibt es berühmte Sätze. Einer der bekanntesten stammt aus einem Brief Kafkas an seinen Schulfreund Oskar Pollak vom 27. Januar 1904:
„[…] ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“
Kafka meinte damit, dass gute Bücher erschüttern sollen. Leichte Unterhaltung reichte ihm nicht. Der Satz wird bis heute in Buchhandlungen, Bibliotheken und Deutschaufsätzen zitiert.
Buchzitate für besondere Anlässe
Zitate aus Büchern eignen sich für viele Gelegenheiten. Die Tabelle zeigt, welches Zitat wozu passt.
| Anlass | Passendes Zitat |
|---|---|
| Abitur oder Studienabschluss | „Da steh ich nun, ich armer Tor“ mit einem Augenzwinkern |
| Trauerkarte | Thomas Manns Satz über Güte, Liebe und Tod |
| schwierige Entscheidung | „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“ |
| Diskussion ohne Ergebnis | „Ein weites Feld.“ |
| Geschenk für Leseratten | Kafkas Satz von der Axt und dem gefrorenen Meer |
So wird ein Zitat aus einem Buch richtig angegeben
In Schule, Studium und Beruf gehört zu jedem Zitat eine Quelle. Die Angaben sollen zeigen, woher ein Satz genau stammt.
- Den Wortlaut exakt übernehmen, auch alte Rechtschreibung wie „mußte“.
- Auslassungen mit eckigen Klammern und drei Punkten kennzeichnen: […].
- Das Zitat in Anführungszeichen setzen.
- Autor, Titel, Erscheinungsjahr und Seite nennen.
- Bei Dramen und Gedichten die Versnummer angeben.
Ein Beispiel: Kafka, Franz: Der Process. Berlin 1925, S. 1. Bei Faust genügt oft die Versangabe, etwa „Faust I, V. 358“. Die genaue Form hängt von der Zitierweise ab, die Schule oder Hochschule vorgibt.
Kurzantwort: Ein Buchzitat steht wörtlich in Anführungszeichen. Dazu gehören Autor, Titel, Erscheinungsjahr und Seitenzahl.
Was das Urheberrecht erlaubt
Paragraf 51 des Urheberrechtsgesetzes erlaubt Zitate aus veröffentlichten Werken. Voraussetzung ist ein Zitatzweck. Das Zitat muss also etwas belegen oder erläutern. Die Länge muss zu diesem Zweck passen.
Nach Paragraf 64 erlischt das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Goethe, Fontane und Kafka sind deshalb frei nutzbar. Thomas Mann starb 1955. Seine Werke sind seit dem 1. Januar 2026 gemeinfrei. Bei Übersetzungen zählt zusätzlich das Todesjahr des Übersetzers.
Wer Zitate auf Karten druckt oder im Netz verbreitet, sollte bei jüngeren Büchern vorsichtig sein. Ein einzelner Satz als Deko ohne Bezug zu einem eigenen Text ist kein Zitat im Sinne des Gesetzes.
Wo sich belegte Buchzitate finden lassen
Viele Sätze im Internet sind falsch zugeordnet oder verändert. Verlässlicher ist Wikiquote. Dort stehen Zitate mit Kapitel, Seite und Ausgabe. Für gemeinfreie Texte helfen digitale Bibliotheken wie Wikisource oder Projekt Gutenberg. Dort lässt sich der Wortlaut im Original prüfen.
Wer sich für die Herkunft von Redensarten interessiert, findet im Beitrag über die Herkunft von Sprichwörtern weitere Beispiele. Viele Sprichwörter stammen ebenfalls aus alten Büchern, etwa aus der Bibel oder aus Fabeln.
Fazit
Die schönsten Zitate aus einem Buch sind oft Jahrhunderte alt. Goethe, Fontane, Kafka und Thomas Mann liefern Sätze für fast jeden Anlass. Wer zitiert, übernimmt den Wortlaut genau und nennt die Quelle. Werke von Autoren, die seit über 70 Jahren tot sind, dürfen frei verwendet werden.
FAQ – Häufige Fragen
Was ist das berühmteste Buchzitat auf Deutsch?
Zu den bekanntesten zählen Goethes „Da steh ich nun, ich armer Tor“ und Kafkas erster Satz aus „Die Verwandlung“.
Wie zitiert man aus einem Buch?
Wörtlich in Anführungszeichen, mit Autor, Titel, Erscheinungsjahr und Seitenzahl.
Darf man Buchzitate frei verwenden?
Als Zitat mit Zweck ja. Frei nutzbar sind Werke, deren Autor seit über 70 Jahren tot ist.
Woher stammt „Ein weites Feld“?
Aus Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ von 1895. Der Vater der Titelheldin sagt den Satz mehrfach.
Welches Buch beginnt mit Gregor Samsa?
Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ aus dem Jahr 1915.
Was bedeutet „Ein Buch muss die Axt sein“?
Kafka meinte, gute Bücher sollen aufrütteln und das Innere der Leser bewegen.
Sind Werke von Thomas Mann gemeinfrei?
Ja, seit dem 1. Januar 2026. Thomas Mann starb 1955.
Wie kennzeichnet man Auslassungen im Zitat?
Mit drei Punkten in eckigen Klammern: […].
Was ist der Unterschied zwischen Zitat und Sprichwort?
Ein Zitat hat einen bekannten Urheber und eine Fundstelle. Ein Sprichwort ist überliefert und hat meist keinen bekannten Verfasser.
Wo findet man belegte Buchzitate?
Bei Wikiquote mit Quellenangabe oder im Originaltext bei Wikisource und Projekt Gutenberg.
- Gedichte der Romantik
- Was ein Sprichwort bedeutet
- Redensart: Bedeutung
- Die Büchse der Pandora öffnen
Quellen
- Wikiquote: Johann Wolfgang von Goethe
- Wikiquote: Franz Kafka
- Wikiquote: Thomas Mann
- Paragraf 51 Urheberrechtsgesetz: Zitate

David bastelt an Handys, Rechnern und WLAN und schreibt auf, was beim Einrichten wirklich hakt.






