Inhalt
Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
„Impliziert“ bedeutet „schließt mit ein“, „beinhaltet“ oder „legt nahe“. Etwas Implizites steht nicht ausdrücklich im Satz, folgt aber aus ihm oder schwingt mit. Der Duden erklärt das Verb „implizieren“ mit „einbeziehen, gleichzeitig beinhalten, bedeuten, mit enthalten“.
Kurzantwort: „Impliziert“ heißt „mit enthalten, aber nicht ausgesprochen“. Der Satz „Er hat wieder Kuchen gebacken“ impliziert zum Beispiel, dass er schon früher gebacken hat.
Das Wichtigste in Kürze
- „Impliziert“ ist die Form von „implizieren“ (mit enthalten sein, nahelegen).
- Das Gegenstück heißt „explizit“ und meint „ausdrücklich“.
- In der Logik steht „A impliziert B“ für „Aus A folgt B“.
- Im Alltag deutet „impliziert“ auf Unausgesprochenes zwischen den Zeilen.
Bedeutung von „impliziert“ im Wörterbuch
Das Verb „implizieren“ stammt vom lateinischen „implicare“ ab. Das heißt „hineinwickeln“ oder „verflechten“. Die Grundidee ist bis heute sichtbar: Eine Sache steckt in einer anderen und ist darin eingewickelt.
Das DWDS führt „implizieren“ als Verb der Bildungssprache. Es steht für „einschließen“, „zur Folge haben“ oder „unausgesprochen enthalten“. Die Form „impliziert“ ist die dritte Person Singular im Präsens („Das impliziert Ärger“) und zugleich das Partizip II („Es ist impliziert“).
Typische Verwendungen im Alltag sind:
- „Ein höherer Preis impliziert nicht automatisch bessere Qualität.“
- „Seine Frage impliziert einen Vorwurf.“
- „Die Zusage impliziert, dass das Geld bereitsteht.“
Impliziert erklärt: Beispiele aus dem Alltag
Am besten lässt sich das Wort an kleinen Szenen zeigen. Jede Aussage enthält mehr, als sie wörtlich sagt.
| Aussage | Was sie impliziert |
|---|---|
| „Schon wieder zu spät?“ | Es ist nicht das erste Mal. |
| „Ich habe das Rauchen aufgegeben.“ | Früher hat die Person geraucht. |
| „Immerhin hat er sich entschuldigt.“ | Viel mehr Gutes gibt es nicht zu berichten. |
| „Das Restaurant hat auch vegane Gerichte.“ | Vegane Kost ist keine Selbstverständlichkeit. |
| „Der Hund ist noch nie ausgebüxt.“ | Es könnte trotzdem einmal passieren. |
Die Beispiele zeigen: Das Implizierte muss nicht wahr sein. Es ist eine Schlussfolgerung, die Zuhörer aus dem Gesagten ziehen. Gute Kommunikation setzt voraus, dass beide Seiten dieselben Schlüsse ziehen.
Implizieren und explizit: der Unterschied
Das Gegenteil von „implizit“ ist „explizit“. Explizit heißt „ausdrücklich“ und „klar ausgesprochen“. Ein Vertrag regelt Pflichten explizit. Eine Geste wie ein Augenrollen drückt Kritik dagegen implizit aus.
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| implizit | mitgemeint, nicht ausgesprochen | Die Einladung impliziert ein Geschenk. |
| explizit | ausdrücklich genannt | Bitte bring ein Geschenk mit. |
| Implikation | Folgerung, Schlussfolgerung | Daraus ergeben sich Implikationen für den Plan. |
| Implikatur | angedeuteter Bedeutungsanteil | „Es zieht hier“ meint: Mach das Fenster zu. |
Impliziert in der Logik und Sprachwissenschaft
Die Logik nutzt „impliziert“ streng. „A impliziert B“ bedeutet: Immer wenn A wahr ist, muss auch B wahr sein. Wikipedia beschreibt diese Implikation als eine der Grundverknüpfungen der Aussagenlogik. Ein Beispiel: „Es regnet“ impliziert „Die Straße wird nass“, wenn die Straße unter freiem Himmel liegt.
Die Sprachwissenschaft blickt anders darauf. Der Philosoph Paul Grice unterschied das, was jemand sagt, von dem, was er damit meint. Nach Wikipedia ist eine Implikatur ein Bedeutungsanteil, den ein Sprecher zwar kommuniziert, aber nur andeutet. Wer auf die Frage „Kommst du mit ins Kino?“ antwortet „Ich muss morgen früh raus“, sagt „Nein“, ohne das Wort zu nutzen.
Kurzantwort: In der Logik ist „impliziert“ eine feste Folgerung (A → B). In der Alltagssprache ist es ein Hinweis auf Mitgemeintes, das man erschließen muss.
Synonyme und Ersatzwörter für „impliziert“
Das Wort klingt nach Fachsprache. Im normalen Text helfen einfachere Alternativen:
- beinhaltet
- schließt ein
- setzt voraus
- legt nahe
- deutet an
- bringt mit sich
- hat zur Folge
Die Wörter sind nicht immer austauschbar. „Setzt voraus“ passt bei Bedingungen („Der Kredit setzt ein festes Einkommen voraus“). „Legt nahe“ passt bei Vermutungen („Die Zahlen legen einen Trend nahe“). „Deutet an“ passt bei Anspielungen.
Was Sprichwörter implizieren
Sprichwörter und Redewendungen leben vom Mitgemeinten. Sie sagen wenig und meinen viel. Wer eine Sache durch die Blume sagt, formuliert bewusst implizit. Das Gegenüber versteht den Hinweis, ohne dass eine offene Kritik fällt.
Auch beim Blauen vom Himmel lügen steckt viel Unausgesprochenes im Bild. Niemand meint wirklich den Himmel. Gemeint ist ein großes Versprechen ohne Substanz. Einen Überblick über die Grundlagen bietet der Beitrag zur Sprichwort-Bedeutung.
Impliziert richtig verwenden: Tipps für Texte
Wer das Wort im Text nutzt, sollte ein paar Regeln beachten:
- Auf das Objekt achten. Man impliziert etwas („Das impliziert ein Risiko“).
- Nicht mit „implementieren“ verwechseln. Das heißt „umsetzen“ oder „einbauen“.
- Nicht mit „insinuieren“ verwechseln. Das meint eine versteckte Unterstellung mit negativem Beigeschmack.
- Bei einfachen Lesern lieber „bedeutet“ oder „beinhaltet“ wählen.
Häufig liest man „impliziert“ falsch als „bedeutet zwingend“. Das stimmt nur in der Logik. Im Alltag bleibt eine Implikation eine Deutung. Zuhörer können sie ablehnen.
Fazit
„Impliziert“ steht für das Mitgemeinte. Eine Aussage impliziert, was sie nicht offen sagt, aber deutlich nahelegt. Die Logik nutzt das Wort streng, der Alltag lockerer. Wer den Unterschied zu „explizit“ kennt und Synonyme wie „beinhaltet“ oder „setzt voraus“ einsetzt, formuliert klarer und trifft den Ton.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet „impliziert“ einfach erklärt?
„Impliziert“ heißt „schließt mit ein“ oder „legt nahe“. Eine Aussage enthält dann etwas, das niemand ausdrücklich sagt.
Wie spricht man „impliziert“ aus?
Man betont die zweite Silbe: im-pli-ZIERT. Das Wort kommt vom lateinischen „implicare“ und bedeutet „hineinwickeln“.
Was ist der Unterschied zwischen implizieren und explizieren?
Implizieren meint etwas Unausgesprochenes. Explizieren heißt, etwas ausdrücklich darzulegen. Beides sind Gegenstücke.
Was bedeutet „implizit“?
„Implizit“ ist das Adjektiv dazu. Es beschreibt etwas, das mitgemeint ist, aber nicht offen dasteht. Das Gegenwort lautet „explizit“.
Welche Synonyme gibt es für „impliziert“?
Passend sind „beinhaltet“, „schließt ein“, „setzt voraus“, „legt nahe“ und „bringt mit sich“. Welches Wort passt, hängt vom Satz ab.
Ist „impliziert“ dasselbe wie „behauptet“?
Nein. Wer behauptet, sagt etwas offen. Was eine Aussage impliziert, steckt nur zwischen den Zeilen und der Sprecher kann es später abstreiten.
Was bedeutet „impliziert“ in der Logik?
In der Logik heißt „A impliziert B“: Wenn A gilt, dann gilt auch B. Das Zeichen dafür ist ein Pfeil (A → B). Wikipedia erklärt das unter „Implikation“.
Was ist eine Implikatur?
Eine Implikatur ist ein Bedeutungsanteil, den ein Sprecher andeutet und nicht wörtlich sagt. Der Sprachphilosoph Paul Grice hat den Begriff geprägt.
Wann sollte man „impliziert“ besser vermeiden?
In einfachen Texten und Gesprächen klingt „bedeutet“ oder „heißt“ oft natürlicher. „Impliziert“ passt eher in Analysen und Fachtexte.
Kann ein Sprichwort etwas implizieren?
Ja. Viele Sprichwörter sagen wenig und meinen viel. „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“ impliziert eine Mahnung zur Selbstkritik.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






