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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Lasziv bedeutet „sinnlich-aufreizend“ und „leicht anzüglich“. Das Adjektiv beschreibt eine träge, verführerische Ausstrahlung. Wörterbücher nennen als ältere Bedeutung auch „zweideutig“, „unzüchtig“ und „schlüpfrig“.
Kurzantwort: Lasziv heißt sinnlich, verführerisch und leicht anzüglich. Gemeint ist meist eine gedehnte, entspannte Körpersprache, die Begehren wecken soll.
Das Wichtigste in Kürze
- Lasziv stammt vom französischen „lascif“ und vom lateinischen „lascivus“.
- Heute steht das Wort für sinnliche, aufreizende Ausstrahlung.
- Ältere Wörterbücher nennen „unzüchtig“ und „schlüpfrig“.
- Das Substantiv lautet „Laszivität“, die Aussprache „las-ZIEF“.
Lasziv: Bedeutung im heutigen Sprachgebrauch
Im Alltag fällt das Wort meist bei Beschreibungen von Menschen, Bildern oder Auftritten. Ein lasziver Blick wirkt halb geschlossen, ruhig und einladend. Eine lasziv hingeräkelte Pose zeigt Körper und Haltung bewusst entspannt.
Der Duden nennt zwei Bedeutungen. Die erste beschreibt eine Ausstrahlung, die durch „gekünstelte Schläfrigkeit“ Sinnlichkeit verbreitet und bei anderen Begierde auslösen kann. Die zweite lautet „anstößig“, „unanständig“ und „schlüpfrig“. Im modernen Deutsch überwiegt klar die erste Lesart.
Auffällig ist das Wörtchen „gekünstelt“. Laszivität wirkt demnach einstudiert oder zumindest bewusst gesetzt. Deshalb passt das Wort gut zu Mode, Fotografie, Tanz und Film. Dort steht die Wirkung im Vordergrund.
Herkunft und Wortgeschichte von lasziv
Das Wort kam im 19. Jahrhundert aus dem Französischen ins Deutsche. Dort heißt es „lascif“ oder „lascive“. Die Franzosen bildeten es im 15. Jahrhundert nach dem lateinischen „lascivus“. Das bedeutet „mutwillig“, „übermütig“, „zügellos“ und „frech“.
Die lateinische Wurzel klingt also weniger erotisch als das heutige Wort. Ursprünglich ging es um Übermut und fehlende Zurückhaltung. Erst mit der Zeit verengte sich der Sinn auf den Bereich von Lust und Verführung. Die Wikipedia beschreibt das Wort als bildungssprachlich. Es klingt gehobener als „aufreizend“ und „anzüglich“.
Auch die Kunstgeschichte kennt den Begriff. Kunstkritiker sprachen schon vor über hundert Jahren von „laszivem“ Ausdruck bei Bildern der Renaissance. Gemeint waren Darstellungen, die Sinnlichkeit offen zeigten.
Aussprache, Schreibweise und Wortbildung
Die Worttrennung lautet las-ziv. Gesprochen wird das Wort mit Betonung auf der zweiten Silbe. Das „v“ am Ende klingt wie ein „f“, wie bei „aktiv“ oder „Detektiv“. Die Steigerung lautet lasziver und am laszivsten.
Aus dem Adjektiv entsteht das Substantiv „Laszivität“. Es benennt die Eigenschaft selbst, etwa in der Wendung „die Laszivität ihres Auftritts“. Beide Formen kommen fast nur in geschriebener oder gehobener Sprache vor. Im lockeren Gespräch greifen viele lieber zu „sexy“ oder „verführerisch“.
Synonyme und ähnliche Wörter für lasziv
Je nach Zusammenhang passen verschiedene Alternativen. Die Tabelle zeigt, welches Wort welche Nuance trifft.
| Wort | Nuance | Beispiel |
|---|---|---|
| sinnlich | warm, körperbetont, positiv | ein sinnlicher Tanz |
| verführerisch | aktiv einladend | ein verführerisches Lächeln |
| aufreizend | bewusst provozierend | ein aufreizender Gang |
| schlüpfrig | anzüglich, oft abwertend | ein schlüpfriger Witz |
| lüstern | begehrlich, meist negativ | ein lüsterner Blick |
Lasziv liegt zwischen „sinnlich“ und „aufreizend“. Es betont das Träge und Gedehnte. Wer schnell und energisch auftritt, wirkt selten lasziv.
Beispielsätze mit lasziv
- Die Sängerin lehnte sich lasziv an das Klavier.
- Der Fotograf suchte nach einem lasziven Ausdruck im Gesicht des Models.
- Mit einer lasziven Handbewegung strich er sich das Haar zurück.
- Kritiker warfen dem Film eine gewisse Laszivität vor.
Kurzantwort: Lasziv wirkt sinnlich und verführerisch, mit langsamen und gedehnten Bewegungen. Ein abwertender Beigeschmack kommt auf, wenn das Verhalten als unpassend oder plump empfunden wird.
Wertung und Tonfall: Kompliment oder Kritik?
Das Wort trägt keine feste Bewertung. Bei einer Tänzerin oder einem Schauspieler klingt es oft anerkennend. Ein Modemagazin nutzt es gern für eine Kollektion mit fließenden Stoffen und tiefen Ausschnitten.
Im Alltag verschiebt sich der Ton schnell. Sagt jemand über eine Kollegin, sie trete lasziv auf, klingt das nach Kritik. Der Grund liegt in der älteren Bedeutung „unzüchtig“, die im Wort noch mitschwingt. Wer respektvoll schreiben will, wählt bei realen Personen besser „ausdrucksstark“ oder „selbstbewusst“.
Mehr zur Bedeutung bekannter Redewendungen und Wörter finden Leser auch bei Sprichwort Bedeutung. Ein Beispiel für ein Bild mit klarer Aussage liefert die Prinzessin auf der Erbse.
Typische Verbindungen mit lasziv
Das Wörterbuch DWDS führt als Beispiele „laszive Worte“ und „ein lasziver Blick“ an. Häufig stehen außerdem „lasziv lächeln“, „lasziv tanzen“ und „lasziv räkeln“. Fast immer geht es um Körpersprache oder Mimik.
Selten taucht das Wort bei Dingen auf. Ein „lasziver Duft“ oder eine „laszive Melodie“ sind poetische Ausnahmen. Sie übertragen die Wirkung eines trägen, verführerischen Auftritts auf Geruch oder Klang.
Lasziv richtig einsetzen
Wer das Wort schreibt, sollte auf Zusammenhang und Publikum achten. In einem Artikel über Kunst oder Mode passt es sehr gut. In einem sachlichen Bericht über eine Person wirkt es schnell wie eine Wertung. Ein neutrales Wort ist dort meist die bessere Wahl.
Auch die Dosierung zählt. Ein einzelnes „lasziv“ bringt Farbe in einen Text. Mehrere davon auf einer Seite wirken überladen. Ebenso wie bei der Redewendung „Halt die Ohren steif“ lohnt es sich, die Wirkung des Ausdrucks zu kennen, bevor man ihn einsetzt.
Fazit
Lasziv ist ein Wort mit langer Geschichte. Aus dem lateinischen „mutwillig“ und „zügellos“ wurde über das Französische eine Bezeichnung für sinnliche, träge Verführung. Heute beschreibt es vor allem Blicke, Posen und Bewegungen. Wer es verwendet, sollte den leicht anzüglichen Unterton im Kopf behalten.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet lasziv?
Lasziv beschreibt ein Verhalten oder einen Ausdruck, der sinnlich und leicht anzüglich wirkt. Typisch sind langsame, träge Bewegungen und ein verführerischer Blick.
Wie spricht man lasziv aus?
Das Wort wird „las-ZIEF“ gesprochen. Die Betonung liegt auf der zweiten Silbe, das „v“ klingt wie ein „f“. Die Worttrennung lautet las-ziv.
Woher stammt das Wort lasziv?
Es kommt aus dem Französischen „lascif“ und geht auf das lateinische „lascivus“ zurück. Im 19. Jahrhundert wurde es ins Deutsche übernommen.
Ist lasziv ein Kompliment?
Das hängt vom Zusammenhang ab. Über einen Tanz oder ein Foto kann es anerkennend gemeint sein. Über das Verhalten einer Person im Alltag klingt es schnell wertend.
Was ist der Unterschied zwischen lasziv und sexy?
Sexy ist der breitere, umgangssprachliche Begriff. Lasziv meint eine bestimmte Art der Ausstrahlung, nämlich die betont lässige, gedehnte und verführerische.
Welche Synonyme gibt es für lasziv?
Passend sind je nach Lage sinnlich, verführerisch, aufreizend, schlüpfrig oder lüstern. Keines davon deckt alle Nuancen ab.
Gibt es ein Gegenwort zu lasziv?
Ein exaktes Gegenteil fehlt. Als Gegenpol dienen Wörter wie züchtig, sittsam, schlicht, nüchtern oder unscheinbar.
Was heißt Laszivität?
Laszivität ist das Substantiv zum Adjektiv. Es bezeichnet die sinnliche, aufreizende Ausstrahlung selbst. Das Wort gilt als bildungssprachlich.
Wie schreibt man lasziv richtig?
Das Wort wird klein geschrieben, sofern es als Adjektiv dient. Als Substantiv heißt es „die Laszivität“ und beginnt mit einem großen L.
Kann man auch Blicke oder Bewegungen als lasziv bezeichnen?
Ja, genau dafür wird das Wort am häufigsten genutzt. Typische Verbindungen sind ein lasziver Blick, ein lasziver Gang oder eine lasziv hingeworfene Bemerkung.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






