Vakanzen Bedeutung: Was das Wort heißt und woher es kommt

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Vakanzen sind freie Stellen oder unbesetzte Ämter. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und gehört heute vor allem zur Amts-, Kirchen- und Berufssprache. Wer „Vakanz“ liest, kann es meist mit „gerade nicht besetzt“ übersetzen.

Kurzantwort: Vakanzen (Mehrzahl von Vakanz) sind Stellen oder Ämter, die im Moment niemand innehat. Der Begriff meint sowohl den Zustand als auch die freie Stelle selbst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vakanz bedeutet Unbesetztsein einer Stelle oder eines Amtes.
  • Die Mehrzahl „Vakanzen“ steht für mehrere freie Stellen.
  • Herkunft: mittellateinisch „vacantia“, das Leersein.
  • Typisch in Kirche, Verwaltung, Politik und Personalwesen.

Vakanzen Bedeutung: die Definition

Der Duden nennt zwei Bedeutungen. Erstens das Vakantsein, zweitens die vakante Stelle. Das Adjektiv „vakant“ gehört dazu und heißt „frei“ oder „unbesetzt“. Ein Satz wie „Im Vertrieb gibt es zwei Vakanzen“ sagt also: Zwei Stellen sind offen.

Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) führt außerdem eine süddeutsche und österreichische Nebenbedeutung an. Dort steht Vakanz mundartlich für Schulferien. Im heutigen Schriftdeutsch spielt sie kaum noch eine Rolle.

Herkunft und Wortgeschichte von Vakanz

Das Wort geht auf das mittellateinische „vacantia“ zurück. Es bedeutet Freisein, Leersein oder Ruhetage. Dahinter steht das lateinische „vacans“, also „leer“ oder „frei“. Nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer kam es Ende des 15. Jahrhunderts ins Deutsche.

Anfangs meinte es auch Feiertage und Ruhetage. Diese Spur lebt in verwandten Sprachen fort. Im Niederländischen heißt „vakantie“ Urlaub, im Französischen „vacances“ Ferien. Wikipedia nennt außerdem Polen und Luxemburg, wo „Vakanz“ oder ein Verwandter davon bis heute Schulferien meint.

Vakanz im Beruf und auf dem Arbeitsmarkt

Im Arbeitsleben tauchen Vakanzen ständig auf. Eine Stelle wird frei, weil jemand kündigt, in Rente geht oder in eine andere Abteilung wechselt. Bis die Nachfolge feststeht, gilt sie als vakant. In der Arbeitsmarktforschung zählt man vakante Stellen und vakante Ausbildungsplätze getrennt.

Personalabteilungen sprechen darum von Vakanzzeit, wenn sie die Dauer zwischen Weggang und Neubesetzung meinen. Je länger diese Zeit dauert, desto mehr Arbeit verteilt sich auf das Restteam. Viele Betriebe regeln deshalb eine Übergangsvertretung.

Kurzantwort: Im Job heißt „Vakanz“ schlicht: Die Stelle ist frei und wird neu besetzt. Der Ausdruck klingt förmlicher als „offene Stelle“, meint aber dasselbe.

Vakanz in Kirche, Politik und Diplomatie

Besonders vertraut ist das Wort in der Kirche. Nach Wikipedia heißt die Zeit, in der eine Pfarrstelle ausgeschrieben ist, traditionell Vakanzzeit. Sollen bestehende Pfarrstellen gar nicht mehr besetzt werden, gelten sie als dauervakant.

Bei einem unbesetzten Bischofssitz sagt man Sedisvakanz. Der bekannteste Fall ist der Apostolische Stuhl in Rom nach dem Tod oder Rücktritt eines Papstes. Bis zur Wahl des Nachfolgers liegt die Leitung der Kirche in besonderen Händen.

Auch die Diplomatie kennt den Begriff. Ist die Leitung einer Botschaft oder eines Generalkonsulats nicht besetzt, spricht man von einer Vakanz. In der Politik können Ämter sogar über ganze Wahlperioden vakant bleiben.

Weitere Verwendungen: Sport, Physik und Psychologie

Im Sport bedeutet „vakant“ meist, dass ein Titel gerade nicht vergeben ist. Das kommt etwa im Boxen oder Wrestling vor, wenn ein Champion den Gürtel abgibt.

In der Kristallographie heißt Vakanz eine Leerstelle im Kristallgitter. Dort fehlt ein Atom an einem Platz, an dem es eigentlich sitzen müsste. Die Psychoanalyse nutzt den Begriff ebenfalls, allerdings mit eigener Fachbedeutung.

Vakanzen im Satz: Beispiele und Synonyme

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich das Wort im Alltag ersetzen lässt.

Beispielsatz Alltagssprache
Die Vakanz im Sekretariat dauert drei Monate. Die Stelle im Sekretariat ist seit drei Monaten frei.
Das Amt ist vakant. Das Amt hat gerade niemand.
Der Verein meldet zwei Vakanzen im Vorstand. Im Vorstand fehlen zwei Leute.
Die Pfarrei befindet sich in der Vakanz. Die Pfarrei wartet auf einen neuen Pfarrer.

Als Synonyme passen freie Stelle, offene Stelle, Leerstand oder Unbesetztheit. In Stellenanzeigen steht meist „Wir besetzen zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, selten das Wort Vakanz selbst.

Wie man Vakanzen richtig verwendet

Das Wort passt gut in Berichte, Protokolle und Verwaltungstexte. Im Gespräch unter Freunden wirkt es steif. Wer verständlich schreiben will, greift dann lieber zu „freie Stelle“. Wer dagegen Fachtexte aus Kirche oder Behörde liest, begegnet dem Begriff ständig.

Vakanz ist übrigens weiblich. Es heißt „die Vakanz“, im Plural „die Vakanzen“. Der Genitiv lautet „der Vakanz“. Eine Verwechslung mit dem Urlaub liegt nahe, weil das englische „vacation“ und das französische „vacances“ ähnlich klingen. Im Deutschen steht Vakanz jedoch nicht für Ferien im Sinne einer Reise.

Fazit

Vakanzen sind freie Stellen oder unbesetzte Ämter. Das Wort kommt aus dem Mittellateinischen und hat sich in Kirche, Verwaltung und Wirtschaft gehalten. Wer die Grundbedeutung „gerade leer“ im Kopf hat, versteht alle Verwendungen von der Pfarrstelle bis zum Boxtitel. Wer mehr über Wörter und ihre Geschichte lesen möchte, findet weitere Erklärungen im Sprichwortatlas.

FAQ – Häufige Fragen

Was bedeutet Vakanz?

Vakanz bezeichnet das Unbesetztsein einer Stelle oder eines Amtes. Auch die unbesetzte Stelle selbst heißt so.

Was bedeutet Vakanzen im Plural?

Vakanzen sind mehrere freie Stellen oder Ämter. Im Personalwesen spricht man etwa von Vakanzen im Team.

Woher kommt das Wort Vakanz?

Es stammt vom mittellateinischen „vacantia“ ab, das Freisein oder Leersein bedeutet. Das Wort ging Ende des 15. Jahrhunderts ins Deutsche über.

Was ist ein vakanter Posten?

Ein vakanter Posten ist eine Stelle, die momentan niemand innehat. Sie wartet auf eine Neubesetzung.

Was heißt Sedisvakanz?

Der Begriff beschreibt die Zeit, in der ein Bischofssitz unbesetzt ist. Am bekanntesten ist die Sedisvakanz des Apostolischen Stuhls zwischen dem Tod eines Papstes und der Wahl seines Nachfolgers.

Was ist ein Beispiel für eine Vakanz im Alltag?

Ein Beispiel ist die Stelle einer Schulleiterin, die in den Ruhestand geht. Bis zur Nachfolge bleibt das Amt vakant.

Ist Vakanz dasselbe wie Vakanzzeit?

Nein. Vakanz nennt den Zustand, Vakanzzeit die Dauer dieses Zustands. Besonders in der Kirche ist Vakanzzeit ein fester Begriff.

Was bedeutet Vakanz in Österreich und Süddeutschland?

Dort steht das Wort laut DWDS mundartlich auch für Schulferien. Diese Bedeutung ist heute selten.

Welche Synonyme gibt es für Vakanz?

Passend sind freie Stelle, offene Stelle, Leerstand oder Unbesetztheit. Je nach Zusammenhang klingt „offene Stelle“ im Alltag natürlicher.

Wie spricht man Vakanz aus?

Das Wort wird Va-kạnz gesprochen, mit Betonung auf der zweiten Silbe. Die Silbentrennung lautet Va-kanz.

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Quellen

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