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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Die Maitresse ist die Geliebte eines Mannes, ursprünglich die offizielle Geliebte eines Fürsten am Hof. Das Wort stammt aus dem Französischen und heißt wörtlich „Herrin“. Heute klingt es altmodisch und wird oft abwertend gebraucht.
Kurzantwort: Maitresse ist eine Nebenform von Mätresse. Gemeint ist die [offizielle] Geliebte eines Fürsten, später jede Geliebte eines verheirateten Mannes.
Das Wichtigste in Kürze
- Herkunft: französisch „maîtresse“, also „Herrin“.
- Duden führt Maitresse als Nebenform von Mätresse.
- Die Rolle entstand im spätmittelalterlichen Frankreich.
- Im 19. Jahrhundert wurde das Wort zum abwertenden Begriff.
Maitresse Bedeutung: Was das Wort heute heißt
Der Duden nennt für Mätresse zwei Bedeutungen. Die erste lautet „[offizielle] Geliebte eines Fürsten“. Die zweite beschreibt eine Geliebte, besonders eines verheirateten Mannes, und trägt den Vermerk „früher“ und „abwertend“.
Im heutigen Alltag taucht das Wort selten auf. Wer es liest, denkt meist an Schlösser, Perücken und Könige. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) führt die Schreibung Maitresse als Substantiv im Femininum. Als Trennung gibt es „Mai|tres|se“ an.
Typische Verbindungen im DWDS sind „König“ und „königlich“. Das zeigt gut, wo das Wort zu Hause ist. Es gehört in die Sprache der Geschichte und der Literatur.
Herkunft: Vom französischen „maîtresse“ zur Mätresse
Das französische Wort maîtresse bedeutet „Herrin“ und „Meisterin“. Es gehört zu „maître“, dem Meister. Aus dieser Verwandtschaft kennt das Deutsche auch die Wörter Maître und Maître de Plaisir.
Deutsche Texte schrieben das Wort lange mit „ai“ nach französischem Vorbild. Später setzte sich die eingedeutschte Form mit „ä“ durch. Der Duden verweist bei „Maitresse“ deshalb auf den Eintrag „Mätresse“. Beide Formen meinen dasselbe.
Lesenswert ist auch, wie die Geliebte zur „Herrin“ wurde. Sie herrschte über das Herz des Fürsten. An manchen Höfen galt sie zudem als Gastgeberin und Kunstförderin. Das Wort spiegelt diese Stellung bis heute.
Maitresse Geschichte: Die Rolle am Fürstenhof
Laut Wikipedia entstand die Mätresse als feste Einrichtung im spätmittelalterlichen Frankreich. Seit Karl VI., der von 1380 bis 1422 regierte, hatten fast alle französischen Könige weibliche Berater. Frauen konnten nach dem salischen Gesetz nicht auf den Thron folgen. Deshalb galten sie als ungefährlich für die Herrschaft.
Voll ausgebildet war die Rolle erst im Absolutismus. Die mächtigste Geliebte hieß dann „maîtresse en titre“ oder Titularmätresse. Manche Höfe kannten daneben weitere wechselnde Geliebte. Ludwig XIV., August der Starke und Ludwig XV. sind Beispiele dafür.
Kurzantwort: Die offizielle Mätresse war am absolutistischen Hof fast ein Amt. Sie stand neben der Königin und hatte teils erheblichen politischen Einfluss.
Bekannte Beispiele: Mätressen der Geschichte
Die folgende Tabelle nennt Frauen, die Wikipedia als bekannte Mätressen oder als politisch einflussreich aufführt.
| Name | Lebensdaten | Zusammenhang |
|---|---|---|
| Diane de Poitiers | 1499–1565 | Geliebte Heinrichs II. von Frankreich |
| Madame de Montespan | 1640–1707 | Einfluss am Hof Ludwigs XIV. |
| Madame de Pompadour | 1721–1764 | Mätresse Ludwigs XV. |
| Wilhelmine von Lichtenau | 1752–1820 | Bekannte Mätresse in Preußen |
| Aurora von Königsmarck | 1662–1728 | Bekannte Mätresse in Sachsen |
Die Liste zeigt, dass es die Rolle in ganz Europa gab. Frankreich blieb aber das Vorbild. Viele deutsche Höfe ahmten das französische Hofleben nach.
Macht und Einfluss der Maitresse
Mätressen standen in keinem Verwandtschaftsverhältnis zur Dynastie. Trotzdem sammelten manche erhebliche Macht an. Sie handelten Vorteile für Freunde und Verwandte aus und berieten den Fürsten. Manche verhandelten sogar mit Diplomaten fremder Mächte.
Wikipedia weist zugleich darauf hin, dass dieser Einfluss oft überschätzt wurde. Die Öffentlichkeit sah nicht, wie am Hof wirklich entschieden wurde. Fehler der Regierung schob sie gern auf die Mätresse. Diese diente damit als Sündenbock.
Ein Beispiel liefert Marie Antoinette. Ihr Mann Ludwig XVI. hielt sich als erster der Bourbonenkönige keine Mätresse. Der Groll der Unzufriedenen richtete sich deshalb gegen die Königin. Wer mehr über höfische Umgangsformen wissen will, findet unter hof machen eine verwandte Redensart.
Königin, Ehe und Moral: Wie der Hof die Geliebte sah
Am Hof herrschte eine klare Aufgabenteilung. Wikipedia zitiert dazu: „Die Königin übernahm die Fortpflanzung und Repräsentation, die Mätresse dagegen die schönen Künste und Literatur sowie die Rolle der Gastgeberin des Hoflebens.“ Fürstliche Ehen entstanden meist aus politischen Gründen.
Offener Ehebruch war für Fürsten trotzdem heikel. Im bürgerlichen Leben wurde er oft schwer bestraft. Die Juristische Fakultät der Universität Halle erstellte deshalb ein Gutachten. Es kam zu dem Schluss, dass große Fürsten den Strafgesetzen nicht unterlagen.
Ein Mann als Geliebter der Fürstin hatte es schwerer. Das Wort Maitresse hat keine männliche Entsprechung. Der Arzt Johann Friedrich von Struensee bezahlte seine Liebe zu Königin Caroline Mathilde von Dänemark 1772 mit dem Leben.
Bedeutungswandel: Von der Hofdame zur abwertenden Bezeichnung
Die Bedeutung des Wortes änderte sich mit den Jahrhunderten. In der Renaissance stand es für die herausragende Geliebte. Im Absolutismus stand es für die politische Karrierefrau am Hof. Im 19. Jahrhundert sank es laut Wikipedia zur Bezeichnung für ein prostitutionsnahes Dauerverhältnis eines mächtigen Mannes ab.
Die Bürgerlichen Revolutionen veränderten den Blick auf den Adel. Damit verlor auch die Mätresse ihr Ansehen. Das Wort bekam einen Beigeschmack, den der Duden heute als abwertend kennzeichnet.
Wer heute jemanden so nennt, spielt meist auf Luxus und Verschwendung an. Passend dazu gibt es Redensarten wie leben wie Gott in Frankreich. Auch sie erinnern an den Glanz französischer Höfe.
Synonyme und richtige Schreibweise
Der Duden nennt als Synonyme Freundin, Geliebte, Liebhaberin und Verhältnis. Sie klingen weniger historisch. Für den Text über Könige passt Mätresse besser. Für den Alltag passt Geliebte.
Zur Schreibung gilt: Beide Formen sind belegt. Mätresse ist die eingedeutschte Hauptform. Maitresse steht für die Nebenform nach französischem Vorbild. Beide Formen sind weiblich und lauten im Plural „die Mätressen“ oder „die Maitressen“.
Fazit
Maitresse und Mätresse meinen dasselbe. Es geht um die Geliebte eines Fürsten oder eines verheirateten Mannes. Das Wort kommt aus dem Französischen und heißt „Herrin“. Aus der Hofrolle wurde im 19. Jahrhundert ein abwertender Begriff. Wer es benutzt, sollte diesen Beiklang kennen.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet Maitresse?
Maitresse bedeutet Geliebte, ursprünglich die offizielle Geliebte eines Fürsten. Wörtlich heißt das französische Wort „Herrin“.
Wie schreibt man Maitresse richtig?
Üblich ist die Schreibung Mätresse. Maitresse führt der Duden als Nebenform. Die Trennung lautet „Mai|tres|se“.
Woher kommt das Wort Maitresse?
Es stammt vom französischen „maîtresse“. Das gehört zu „maître“, dem Meister. Wörtlich bedeutet es „Herrin“ oder „Meisterin“.
Was ist eine maîtresse en titre?
So hieß die offizielle Geliebte des französischen Königs. Sie war die mächtigste Geliebte am absolutistischen Hof.
Ist Maitresse ein Schimpfwort?
Der Duden vermerkt bei der Bedeutung „Geliebte eines verheirateten Mannes“ den Gebrauch „abwertend“. Je nach Zusammenhang kann das Wort also verletzen.
Gibt es eine männliche Form von Maitresse?
Laut Wikipedia hat das Wort keine männliche Entsprechung. Geliebte von Fürstinnen hatten bei Hof auch keine offizielle Position.
Welche Mätressen sind besonders bekannt?
Bekannt sind Madame de Pompadour, Diane de Poitiers, Madame de Montespan und Wilhelmine von Lichtenau.
Hatten Mätressen politische Macht?
Manche schon. Sie berieten Fürsten und verhandelten mit Diplomaten. Wikipedia betont aber, dass ihr Einfluss oft überschätzt wurde.
Welche Synonyme gibt es für Maitresse?
Der Duden nennt Freundin, Geliebte, Liebhaberin und Verhältnis.
Seit wann gibt es Mätressen?
Als feste Einrichtung entstanden sie im spätmittelalterlichen Frankreich. Voll ausgebildet war die Rolle im Absolutismus.
Quellen

Ariane erklärt Technik so, wie sie es ihrer Mutter am Küchentisch erklären würde. Kurz, ohne Fachwörter, mit Beispiel.






