Jemandem einen Korb geben: Bedeutung und Herkunft

Kurz gesagt: „Jemandem einen Korb geben“ bedeutet, ihn abzuweisen – meist bei einem Heirats- oder Beziehungswunsch. Die Wendung stammt aus dem Mittelalter: Ein Werber wurde im Korb zum Fenster hinaufgezogen, und ein Korb mit brüchigem Boden war die Absage.

Der Korb war kein Symbol, sondern ein Transportmittel – bis er zum Zeichen wurde.

Was sie bedeutet

Gemeint ist eine Ablehnung, klassisch beim Werben um jemanden, heute auch bei Bitten und Angeboten aller Art.

„Sie hat ihm einen Korb gegeben.“

„Bei der Bank haben wir einen Korb bekommen.“

Woher sie kommt

Der Brauch ist aus dem Mittelalter überliefert: Ein Verehrer, der eine Frau in einem hoch gelegenen Zimmer besuchen wollte, wurde in einem Korb hinaufgezogen.

Wollte die Frau ihn nicht, schickte sie einen Korb mit brüchigem oder fehlendem Boden hinunter. Der Werber fiel hindurch – oder er verstand die Botschaft, bevor er einstieg.

Die Abweisung war damit unmissverständlich und blieb ohne Worte. Das war ihr Vorteil: Niemand musste eine Absage aussprechen, niemand verlor das Gesicht.

Später wurde daraus ein reines Zeichen: Man übergab dem Werber oder seiner Familie einen Korb, ohne dass jemand hineinstieg.

Der Gegenkorb

Bekam der Werber einen Korb, sprach man auch davon, er sei „durchgefallen“ – ein Wort, das heute noch bei Prüfungen benutzt wird und aus demselben Bild stammen könnte.

Verwandte Ausdrücke

  • Abblitzen lassen – aus dem Steinschlossgewehr, das ohne Schuss verpuffte
  • Eine Abfuhr erteilen – förmlicher
  • Den Laufpass geben – aus dem Militär, die Entlassungsurkunde
  • Jemanden auflaufen lassen – aus der Seefahrt

Beispiele

„Er hat sich getraut und einen Korb bekommen.“

„Nach drei Körben gab er auf.“

„Die Bewerbung wurde mit einem freundlichen Korb beantwortet.“

Häufige Fragen

Ist es eine Redewendung oder ein Sprichwort?

Eine Redewendung. Sprichwörter sind vollständige Sätze mit einer Lebensweisheit.

Ist der Brauch historisch belegt?

Er ist in Sammlungen zu Volksbräuchen überliefert. Ob er verbreitet praktiziert wurde oder eher als Erzählung existierte, lässt sich nicht sicher sagen.

Woher kommt „abblitzen lassen“?

Von der Steinschlosswaffe: Zündete das Pulver auf der Pfanne, ohne den Schuss auszulösen, blitzte es nur – Wirkung gleich null.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion sprichwortatlas.de — sie schreibt hier über Redewendungen und ihre Herkunft.

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